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22.05.10 - Bad Harzburger Bergmarathon

Wellnessläuferland

Autor: Joe Kelbel

"Auf die besondere Schwierigkeit der Halb-und entsprechend auch der Marathonstrecke wird hiermit ausdrücklich hingeweisen.“ Das reicht. Da muss ich hin.

Keine Ahnung  wo Bad Harzburg liegt,  wie die  Strecke aussieht, wieviel Höhenmeter, es gibt keinerlei  Berichte. 2008 : 41 Finisher, 2009 schon 73. Also ab nach Bad Harzburg.

Bad Harzburg liegt am Nordrand des Harzes, im Süden von Niedersachsen. Ich war froh endlich die Schnellstraße von Goslar nach Bad Harzburg gefunden zu haben, doch diese ist gespickt mit Radaranlagen. Mehrmals muss ich stark in die Eisen gehen, bis ich  beim Bremsen seltsame Schläge des Autos  bemerke. In Bad Harzburg finde ich eine Werkstatt, doch die ist geschlossen.

Unterhalb der Autowerkstatt befindet sich das Kurgebiet mit der 1569 entdeckten Solequelle,  die allerdings zunächst zum Goldwaschen genutzt wurde, erst im 19. Jahrhundert entstand der eigentliche Badebetrieb.

1837 wurde Deutschlands erste Staatsbahn von Braunschweig nach Bad Harzburg gebaut und so entstand eine Kolonie von zunächst auswärtigen wohlhabenden Bürgern, die es verstanden,  am Fuße des Harzes gut zu leben: Es entstanden Spielcasino, Kuranlagen, Pferderennbahn und elegante Hotels. Eines dieser alten Häuser aus dieser Zeit ist das Hotel Tannenhof,  liegt neben der Therme (24-34 Grad warme Becken), gegenüber der Seilbahn zum Burgberg  und 1 km von der Werkstatt entfernt.

Für die Thermen bekommt man vom Hotel freien Eintritt, den ganzen Beautykram aber, die Bewegungsübungen, Kaltwasserbecken und das Peelingzeug habe ich  nicht nötig. Im Tannenhof treffe ich viele Läufer, die mich morgen früh zum Start des Bergmarathons mitnehmen könnten, falls es in der Werkstatt länger dauert.

Ein grausamer Schock ist die Diagnose der Werkstatt und reißt mich aus meinem Morgentran: Sämtliche Radmuttern waren gelockert und die Felgen hingen nur noch an meinem, dieses Jahr schon stark strapazierten Seidenfaden.

 
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Die Pferderennbahn ist das Infrastrukturzentrum  des Marathons. Parkplätze , Startnummerausgabe, blitzblanke Sanitäranlagen, grünes Gras, Umkleidemöglichkeiten, Essen, Trinken, Duschen, alles da. Dieses Jahr  treten sogar mehr als 100 Marathonläufer an, dazu gibt es noch HM und kürzere Strecken. Lachende Morgensonne beim Start um 10 Uhr hilft mir über die Nachdenklichkeit, wieder mal überlebt zu haben.

Gleich geht es bergauf, hier werden innerhalb weniger Minuten die Rangstellen der Ergebnisliste festgelegt, doch kaum läuft der Schweiss, geht es zunächst wieder abwärts.

 
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Die Strecken führen überwiegend auf Waldwegen durch den Naturpark Harz, kurze Teilstücke sind asphaltiert. Charakteristisch für die Strecke sind lange  Anstiege und entsprechende zermürbende Bergab- Passagen. Die Marathondistanz wird durch zwei Runden auf der Halbmarathonstrecke zurückgelegt, zunächst laufen alle die langen Steigungen hinauf, durch  frühlingshafte Wälder.

Ist die nördliche Seite des Rundkurses nach etwa 8 km erklommen, haben wir einen herrlichen Blick in die Niedersächsische Ebene. Unter uns Goslar, mit den Windrädern und Baggerseen. Ist die Steigung erstmal geschafft, heisst es Gas geben, denn es gibt durchaus auch flache Wege bis hin zu den Kästeklippen (602 m ü.NN). Hier findet man Wegweiser zur Hexenküche, Mausefalle, Feigenbaumklippe und zum Treppenstein. Ein vorstehender Felsen, der dem Gesicht eines alten Mannes ähnelt, wird „Der Alte vom Berg“ genannt. Überall im Wald sieht man die „Granit-Wollsäcke“, große Granitsteine, die durch ihre sonderliche Verwitterung eher eiszeitlichen Findlingen ähneln.

 
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Die Versorgung hält auch heisse Lauftage aus und wird durch fürsorgliche Familien bestens gewährleistet. Auf der südlichen Seite des Rundkurses fasziniert der mehrmalige Blick auf den Brocken, der im Dunst gut zu erkennen ist. Nach dem dritten Blick auf diesen gewaltigen Berg geht es kilometerweit abwärts. Die leichten Läufer sind hier klar im Vorteil und machen nun mächtig Zeit gut. 6, 7  Kilometer abwärts, nur kurz unterbrochen von einem kleinen Trailstück und viel Matsch.

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Informationen: Bad Harzburger Bergmarathon
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