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09.08.15 - Monschau-Marathon

Zu viel Tempo wird bestraft

Dieses Jahr findet der Monschau Marathon bereits zum 39. Mal statt. Er gehört damit zu den „Institutionen“ in der Deutschen Marathonszene. Für mich persönlich hat in Monschau meine Leidenschaft zum Langstreckenlauf begonnen, denn ich habe dort meinen 1. Marathon absolviert. Ich bin dem Monschau Marathon treu geblieben und bin mit immerhin 16 erfolgreichen Teilnahmen im MoMa Club 10+.

Damals bin ich noch am Vortag mit dem Fahrrad angereist (knapp 100 km),  habe auf dem Zeltplatz übernachtet und bin dann nach dem Lauf wieder mit dem Rad zurückgefahren. Das ist nun immerhin schon 37 Jahre her.  Seitdem hat sich einiges getan und neue „Gefahren“ tun sich auf, besonders was die Geschwindigkeit betrifft.

Daher hier 2 Praxistipps:

1. Die Straßen nach Monschau sind mit Radarfallen nur so gespickt; also Geschwindigkeit reduzieren!

2. Beim Ultra gibt es eine 14 km lange Eröffnungsrunde, die fast flach ist. Also auch hier nicht zu schnell angehen; die Versuchung ist groß!

Konzen ist einer der kleineren Ortsteile von Monschau.  Beim Lauf durchqueren wir recht viele dieser doch weit verstreut liegenden Ortschaften. Alle zusammen kommen auf rund 12.000 Einwohner. Monschau, das bis 1918 noch Montjoie (Freudenberg) hieß, hatte davor viele wechselnde Namen.

Doch nun zum Event, das im nächsten Jahr sein 40stes Jubiläum feiert.
Neben dem klassischen Marathon gibt es seit 4 Jahren auch eine Ultradistanz, die sich schnell großer Beliebtheit erfreut.  Vielleicht hat dazu auch unsere Berichterstattung beigetragen, ganz bestimmt aber die wirkliche tolle Organisation und die Unterstützung der Bevölkerung. Dazu später mehr. Der Unterschied zum Marathon wird in der Ausschreibung so beschrieben:

 „Zusätzlich zur Marathonstrecke durch den Deutsch Belgischen Naturpark wird eine 14 Kilometer lange Strecke am Rande des Hohen Venn‘s hinauf zum “Steling“ -mit 658 Metern üNN höchster Berg der Nordeifel- der Auftakt für die Ultraläufer sein. Bei guter Fernsicht präsentiert sich den Läufern hier ein einmaliger Panoramablick bis zur Hohen Acht oder gar zum Siebengebirge. Zurück in Konzen begibt sich das Feld der Ultraläufer schließlich auf die original Marathonstrecke. Eine zusätzliche Herausforderung, die mit zusätzlichen Reizen rund um den Steling und das Hohe Venn entschädigen wird!“

Klingt ja super:  Schöne Aussicht, höchster Berg, ein paar Höhenmeter  und 14 km extra (also 56 km).
Dann mal los.

4.00 Uhr am Sonntagmorgen. Abfahrt. Wetter Nebel. Autobahn frei.

5.00 Uhr: Ankunft in Konzen. Um diese Zeit noch kein Parkplatzproblem und die Parkplätze sind gut ausgeschildert. Das ist auch gut so, denn früher war Wildparken angesagt, was den Anwohnern natürlich nicht gefällt und auch für Gefahrensituationen sorgen kann.

Die Organisatoren um Oliver Krings und Helmut Hoff, unzählige Helfer im Start- und Zielbereich und an der Strecke, Ultraläufer und Wanderer, Walker und gemütlichen Marathon-Läufer, die schon um 6.00 Uhr starten, sind bereits versammelt. Um 8.00 Uhr geht es dann pünktlich für  das Hauptfeld der Marathonläufer und die Staffelläufer los.

5.15 Uhr. Startunterlagenausgabe ist gut organisiert, alle Teilnehmer sind auf großen Tafeln aufgeführt. Kleines Manko am Rande ist, dass zu dieser frühen Zeit schon einige T-Shirtgrößen vergriffen sind und nur Gutscheine ausgegeben werden. Die hohe Zahl von über 300 Anmeldungen für den Ultra hat selbst die Veranstalter überrascht. Im letzten Jahr waren es 185 Finisher.

5.30 Uhr: Wieder am Auto und fertigmachen. Wichtigstes Gesprächs-Thema auf dem Parkplatz ist die Frage nach dem Wetter. Offiziell laut WDR 2 wird es 25 Grad warm und sonnig. Da es noch nicht hell ist, fällt die eigene Prognose schwer, doch Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Also Sonnencreme drauf und Kappe mit Nackenschutz.

5.45 Uhr. Jetzt geht es zum Start, der in der Nähe der Kirche St. Peter und Pankratius stattfindet.

6.00 Uhr: Die ersten Wanderer starten. Die Ultras scharren nervös mit den „Hufen“.

 
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6.05 Uhr: Es geht los. Etwas ungewohnt, da wir nun in die entgegengesetzte Richtung laufen. Es ist 16 Grad und trotzdem schwül warm. Zunächst laufen wir fast 2 km durch noch verschlafene Sträßchen, bis wir dann in den Wald kommen.

Hier tauchen die ersten Schilder vom nagelneuem Kaiser-Karl-Weg auf. Bis heute trägt das lebendige Dorf Konzen Karl den Großen in seinem Wappen. Anlässlich des Karlsjahres gab es bereits einige interessante Projekte in Konzen, die zum Gedenken des 1200. Todestages des mächtigen Herrschers ins Leben gerufen wurden.

Die Ortsgruppe Konzen des Eifelvereins hat dazu einen Themenweg der besonderen Art investiert – den Kaiser Karl Weg. Dieser Wanderweg soll neben dem unverwechselbaren Naturerlebnis interessante geschichtliche Fakten sowie Informationen zur Landschaft und Natur bieten. Für die kleineren Wanderfreunde lässt der Themenweg Raum zur Spurensuche, zum Spielen, Tüfteln, Toben und Entdecken. Die Gesamtlänge des Kaiser Karl Weges beträgt 8,7 km. Er kann auch auf 7,5 km, 5 km und 4 km verkürzt werden. Die Einweihung war am 20. September des letzten Jahres kurz nach dem letzten Monschau Marathon. Somit haben Begleitpersonen der Läufer jetzt auch eine schöne Alternative und können die Zeit bis zum Zieleinlauf sportlich überbrücken. Die zweite Möglichkeit ist die Besichtigung der historischen Senfmühle am Ortseingang von Monschau.

 
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Doch nun zurück zur Laufstrecke. Natur pur erwartet uns hier und dann schon bei km 4 der erste Verpflegungspunkt mit Wasser, Tee und Ultra-Buffer. Es geht schon geraume Zeit immer etwas bergan, aber jetzt wird es fühlbarer. Da kommt auch schon der nächste Verpflegungspunkt bei km 6,3 und der Steling  ist erreicht. Weit und breit kein Berg zu sehen, aber mit etwas Pfadfindergespür sehe ich dann doch zwischen einigen Fichten das Gipfelkreuz auf der Hochfläche.

Ab hier geht’s ganz kurz nach Belgien, denn der Berg liegt praktisch auf der Grenze. Etwa 700 m südwestlich der höchsten Stelle befindet sich als touristische Attraktion der markante Quarzitfelsen „Kaiser Karls Bettstatt“. Auf dem Berg und den umgebenden Wiesen sind für das Monschauer Heckenland typische Flurhecken aus Rotbuchen, als Umfriedung der Futterweiden und Heuwiesen, zu finden. Von der Kuppe des Stelings hat man einen weiten Überblick über die Nordeifel und man kann bei sehr guter Fernsicht das Siebengebirge bei Bonn sehen.  Auf dem Steling gibt es übrigens eine private Wetterstation für den Bereich Rureifel und Monschau.

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Informationen: Monschau-Marathon
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