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28.07.13 - Schlickeralmlauf

Auf weltmeisterlicher Strecke

Der Bach mit seinen vielen kleinen Wasserfällen kühlt die Luft sehr stark ab. Quasi eine natürliche Klimaanlage. Kurz vor Kilometer sechs sind wir am Panoramasee angelangt. Laut Tourismusverband der schönste seiner Art in Österreich. Mir erscheint das Gewässer eher wie einer der immer häufiger auftauchenden Wasserspeicher zur Pistenbeschneiung. Dieser See wird auf ziemlich ebener Strecke einmal umrundet. Auf Holzliegen erholen sich Wanderer von der großen Hitze. Wir sind auf dem „Schlick 2000“- Erlebnisweg mit Rutsche, Kriechtunnel und Barfußerlebnisbereichen. Und ehe man sich´s versieht, sind wir bei der Schlickeralm angekommen. Mit Hotelbetrieb direkt am Skilift. Hier ist der kurze Lauf beendet. Von den 184 Teilnehmerinnen und Teilnehmern haben es 58 geschafft.

 
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Wir laufen auf einer saftigen Bergwiese weiter bergan. Hoch oben kann man den Zielbogen sehen und über Lautsprecher den Zielkommentator hören. Nach der nächsten Verpflegungsstation, wo freundliche Helfer warmes Iso-Getränk und Wasser ausschenken, gelangen wir auf den Naturerlebnisweg. Das hat zwei Vorteile: Während die Forststraße steil nach oben führt, ist der Pfad im Zickzack angelegt, also leichter zu laufen. Er wird von Holzskulpturen gesäumt, die Tiere der Berge darstellen. Es geht durch Zirbenwälder und Latschenfelder. Auch einen (eingezäunten) Steinmännchenpark gibt es hier. Rechts führt ein Klettersteig auf die Ochsenwände.

 
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Viele Familien kommen uns applaudierend entgegen. Macht richtig Spaß, hier zu laufen. Der Erlebnisweg von der Bergstation zur Schlickeralm, also bergab, ist auch für Kinderwagen geeignet und wird stark frequentiert. Für uns Läufer ist aber genug Platz. Nur einmal muss ich einem Wanderer, der meint, die Familie macht ihm Platz und nicht mir, ein energisches „Obacht!“ zurufen.

Die Kilometer sind übrigens mit Holztafeln fest markiert, können also auch für Vorbereitungsläufe dienen. Zusätzlich gibt es noch Schilder, die angeben, wie weit der Weg ins Ziel noch ist. Leider ohne Höhenmeter. Das hätte mir gut gefallen.

Auf einmal kommen uns viele Läufer entgegen spaziert. Was soll denn das? Immerhin höre ich von einem Läufer, dass die letzten 50 Meter es in sich hätten. Mal sehen. Dreihundert Meter vor dem Ziel geht es noch einmal durch eine Wiesenpassage und dann auf  die ziemlich steile Brücke eines Schlepplifts nach oben, zum Zielbogen. Das gibt tolle Fotos.

 
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Hier an der Gipfelstation der Kreuzjochbahn ist Entspannung angesagt. Es gibt frischen Kaiserschmarrn mit Apfelmus. Mein Lob kommt besonders gut an, als ich erwähne, dass man beim  Wien-Marathon dafür extra zahlen muss. Es gibt Cola und Wasser, die schnelleren Läuferinnen und Läufer hatten auch noch Milchtüten in der Hand. Lediglich das alkoholfreie Bierchen vermissen wir hier. Kurz nach Judith und mir kommt die Siegerin der W65-Altersklasse Irina ins Ziel, danach – ganz gemütlich - die Schlussläuferin.

Vor lauter Glück vergesse ich, den Blick ins Stubaital zu werfen. Auch einen Aussichtsbalkon hätte es hier gegeben. Nächstes Mal. Wir werden sicher wiederkommen, zumal unsere Leistung noch ausbaufähig ist.

Carmen und Günter aus Nürnberg lüften das Geheimnis der entgegenkommenden Läufer: Wir müssen jetzt wieder zur Fuß zur Schlickeralm absteigen. Denn es heißt ja Schlickeralmlauf. So erwartet uns noch ein netter Spaziergang, bei dem wir uns die Infotafeln am Naturlehrpfad mal genauer ansehen können. Außerdem erfahren wir, dass wir es bei den beiden Nürnbergern mit bekennenden Rückwärtsläufern zu tun haben, die auch schon Weltmeistertitel errungen haben. Aber heute sind sie vorwärts gelaufen.

Auf der Schlickeralm – wo es auch Duschmöglichkeiten gibt – gibt es unter sengender Sonne eine Tombola mit sehr vielen Gewinnen. Darunter sind allerlei nützliche Laufutensilien.  Danach Siegerehrung mit einigen bekannten Gesichtern vom Osterfelder-Berglauf. Und nach vielen weiteren Ehrungen die AK-Siegerinnen: Carmen  wird 1. und Judith 2. Ich habe dieses Mal den letzten Platz in meiner AK „errungen“ und trotzdem viel Spaß gehabt.

Mit Shuttlebussen geht es zur Mittelstation und dann mit dem Lift nach unten. In der Gondel erfahren wir, dass Mülleimer in Österreich Mistkübel genannt werden, dass man aber zu Müllsäcken nicht Mistsack sagt.

Und dann sind es noch einige Kilometer über den Wiesenweg von der Talstation in Fulpmes zurück zum Parkplatz nach Telfes.

Wir haben das Wochenende im Stubaital verbracht und am Samstag eine schöne Wanderung zum Rinnensee und Rinnennieder unternommen. Letztendlich waren wir sieben Stunden unterwegs und erreichten fast 3000 Meter Seehöhe mit fantastischen Blick auf den Lüsenser-Ferner, einen wunderbar schneeweißen Gletscher.

Im Rinnensee auf 2500 Metern sind einige Wanderer geschwommen. 11 Grad Wassertemperatur zeigte mein Tigerentenbadewannenthermometer an. Ansonsten war es furchtbar heiß. Aber das kann ja nächstes Mal schon wieder ganz anders aussehen.

Zusammenfassend: • Ein schöner Berglauf mit größtenteils lauffreundlichen Wegen ohne ausgesetzte Stellen • Freundliche Helfer • Sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis • Top-Bergläufer am Start, aber man bemüht sich auch um Hobbyläufer

Ergebnisse Langer Lauf:
Herren
1. Mamu Shaku Petro ERI 0:54:55,6
2. Kosgei Isaac Toroitich KEN 0:57:03,5
3. Ndungu Geoffrey Gikuni KEN 0:58:34,6
Damen
1. Mayr Andrea AUT 1:04:27,3
2. Murigi Lucy Wambui KEN 1:07:51,3
3. Olejarova Silvia SVK 1:12:04,8
Ergebnisse Kurzer Lauf:
Herren
1. Stern Christian AUT 0:44:05,9
2. Mitterdorfer Markus AUT 0:45:51,3
3. Guglberger Günter AUT 0:51:43,5
Damen
1. Raatz Simone GER 0:50:18,5
2. Damrau Antje GER 0:51:39,7
3. Fleig Sabine GER 0:55:37,5

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Informationen: Schlickeralmlauf
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