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15.06.14 - Ebbser KOASA-Marathon

Ebbser Koasamarsch: Geheimtipp für Trail- und Bergläufer

Höhenweg Zahmer Kaiser

 

Vier Stunden zeigt der Wegweiser zum Stripsenjochhaus an, ich bin gespannt, wie lange ich dafür brauche. Der Trail wird wieder sehr schmal und führt Richtung Osten auf dem Höhenweg. Der Wilde Kaiser ist immer im Blick. Zur Hochalm wird meist marschiert, laufen ist auf einer Höhe zwischen 1400 Meter und 1600 Meter immer nur ein paar Meter möglich. Zum Teil geht es kurze Stücke durch Geröll, dann wieder im Schatten durch Nadelhölzer oder Latschen, aber immer auf und ab, es macht richtig Spaß.

 
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An einem Gefälle mit kleinem Geröll habe ich das Tempo herausgenommen. Aber zuerst zieht es mit den rechten, dann den linken Fuß weg und ich hocke auf den Allerwertesten. Ein paar Quadratzentimeter Haut bleiben dadurch auch auf der Strecke. So funktioniert also eine Backenbremse. Wenigstens hat's keiner gesehen. Das nächste Mal prüfe ich vorher das Profil meiner Schuhe. Trailschuhe sind keine schlechte Wahl.

 

Hochalm - Stripsenjochhütte

 

Um 11.15 Uhr erreiche ich die Tankstelle an der Hochalm (1403 Meter). Ich schütte mir zwei Becher hinter die Gurgel und mache mich auf den weitern Weg Richtung Süden. Mittlerweile strahlt die Sonne nicht mehr ununterbrochen, denn einige Wolken haben sich am Himmel breit gemacht. Solange man in Bewegung ist, ist es angenehm. Sobald man aber im Zug steht, fröstelt es mich nach einigen Augenblicken.

 
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Wir müssen über zwei größere Höhenrücken hinweg, dann sehen wir überraschend das Stripsenjochhaus (1605 Meter) auftauchen. Einen schönen Anblick bieten mir die wenigen Enziane. Ein wenig durstig schauen die heute aus. Dagegen stehen auf dem letzten Höhenrücken die Trollblumen richtig im Saft.

Kurz vor dem Abstieg zum Stripsenjochhaus ist ein gelber Rettungshubschrauber des ÖAMTC zu sehen. Dessen Geknatter kam schon einige Zeit aus Richtung Wildem Kaiser. Entweder hatten die einen scharfen Einsatz oder es war nur Übung oder ein Versorgungsflug zur Hütte. Der Helfer an der Stempelstelle berichtet mehr. Ein Bergsteiger braucht Hilfe und deswegen hängen einige Helfer der Bergrettung longline unten am Helikopter und lassen sich an die Einsatzstelle fliegen.

Das Stripsenjochhaus liegt in direkter Nähe zum Stripsenjoch, das ist der Übergang vom Kaisertal zum Kaiserbachtal. Kletterer und Wanderer haben hier eine zentrale Stelle für ihre Unternehmungen. Die Hütte war in der vergangenen Nacht proppenvoll, die Bergfexe zieht es wieder in die Höhe. Der Kraxler macht seine Ausflüge gerne zur Ellmauer Halt (2344 Meter) oder zur Fleischbank, den trittsicheren Wanderer zur Steinernen Rinne und zum Ellmauer Tor.

 

Im Kaisertal

 

Um 12.15 Uhr trete ich den Abstieg ins Richtung Kaisertal an. Unzählige Treppenstufen warten auf den Wanderer. Sobald der Wanderweg in den Schatten führt, sind die Holzstufen teilweise noch feucht und glatt, also sollte man nicht unbedingt drauf steigen. Gut 30 Minuten ist höchste Konzentration nötig.

 
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Das Kaisertal trennt den Zahmen vom Wilden Kaiser und fällt Richtung Westen zum Inn und Kufstein hin ab. Erst vor wenigen Jahren wurde das Tal mit einer Straße erschlossen. Bis dahin war die Versorgung der Gäste und Einwohner umständlich. 285 Stufen zählte der am häufigsten benutzte Zugang bei Eichelwang. Den werde ich noch bei meinem langsamen Läufchen besichtigen. Laufen geht nun wieder, da der Weg besser und breiter geworden ist.

Bereits auf 839 Meter liegt der Talschluss Hinterbärenbad mit dem Anton-Karg-Haus. Der ÖAMTC-Hubschrauber landet hier in unmittelbarer Nähe, nimmt weiteres Material für den laufenden Einsatz auf und fliegt davon. Das Anton-Karg-Haus ist bewirtschaftet, man kann übernachten und für Tagesausflügler ist es in zwei bis drei Stunden einfache Entfernung zu Fuß erreichbar. Ich trinke zwei Becher und mache mich wieder auf den Weg, doch für eine kurze innere Einkehr in der Kapelle „Maria auf dem Stein“ finde ich Zeit.

Die breite Straße in Kaisertal steigt später leicht an und der Kaiserbach tost unten in der Tiefe. An einem kurzen Tunnelstück ist das brodelnde Wasser tief unten zu sehen. Bestimmt 50 Meter geht es da hinunter. Früher hat man da Holztrift betrieben, seinerzeit eine gefährliche Arbeit.

Die Berge auf beiden Seiten flachen immer mehr ab, Kufstein mit dem Inntal kommt immer mehr ins Blickfeld. Einkehrmöglichkeiten bieten der Pfandlhof und Veitenhof. Immer wieder kann ich vereinzelte Wanderer überholen. Die 20 Kilometer-Strecke mündet ein. Etwa 200 Meter Höhendifferenz und 280 Stufen müssen auf dem Abstieg bei Eichelwang geschafft werden, dann erhalten wir unweit des Holzplatzes der Stadt Kufstein die letzte Tränke. Ein Becher Wasser muss mir für die restlichen sechs flachen Kilometer genügen.

 

Rückweg nach Ebbs

 

Zuerst recht schattig führt der Kurs am Kaiserwald entlang, dann laufen wir durch Oberndorf und Ebbs der Schule entgegen. Mein Freund Franz Steichele muss sich noch langmachen, damit ich ihn nicht auf den letzten fünf Metern vor der Schule überhole. Er ging als dritter Wanderer in der Früh um Fünf auf die Strecke, ich war der Vorletzte.

 
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In der gut besuchten Schule spielt eine Blaskapelle. Wir scannen die Karte ein und erhalten unsere Zeit auf die Startkarte geschrieben. Gut 7.20 Stunden ist mein Ergebnis. Eine Stunde mehr als vor zwei Jahren für die kombinierte Wander- und Lauftour. Für Läufer gibt es jetzt sogar einen inoffiziellen Lauf mit Start um 06.00 Uhr. Bei einer Teilnahme hätte ich womöglich weniger von der Schönheit der Berge und Natur gesehen.

Na, wecke ich Interesse für den Koasamarsch für 2015? Mitte Juni lädt der Wintersportverein Ebbs wieder ein.

Infos unter http://www.wsv-ebbs.at/

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