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Marathon & Co.: Tolle Bilder ja, Sicherheit vernachlässigen nein!

Bereich: Kommentar

Autor: Klaus Duwe
02.04.14

Unprofessioneller Einsatz von Flugrobotern bei Großveranstaltungen ist ein Haftungsrisiko

Gedränge am Startplatz des Marathons. Alle Läufer warten darauf, dass es endlich losgeht. Die Sportler haben monatelanges, schweißtreibendes Training hinter sich. In den Köpfen der Athleten wird die Strecke nochmals durchgegangen – das ist gut und vernünftig. Über den Köpfen der Läufer schwebt ein Flugroboter, der aus nächster Nähe den Start filmt – das ist unvernünftig und gefährlich. Die Veranstalter des Marathons sowie die Nutzer der Fluggeräte handeln grob fahrlässig.

Die Mini-Kopter, auch Flugroboter genannt, wiegen bis zu fünf Kilo und erreichen eine Geschwindigkeit von bis zu 60 km/h. Im Physikunterricht lernten wir: Masse mal Beschleunigung gleich Kraft. Somit liegt ein Gefahrenpotenzial förmlich „in der Luft“. Bei Hamburg zum Beispiel stürzte der unbemannte Flugroboter eines Ingenieurunternehmens auf das Auto einer 63-Jährigen Frau ab. Sie kam zum Glück mit dem Schrecken davon.

Angetrieben werden die Mini-Kopter von scharfen Propellern aus Karbon, die mit bis zu 8.000 Umdrehungen pro Minute rotieren. Für die Läufer hätte das bei Kontakt mit den Flugrobotern verheerende Folgen gehabt. Auch die Veranstalter nehmen dabei ein großes Risiko auf sich, denn sie müssen im Zweifelsfall sogar haften.

Die Gesetze zur Nutzung von unbemannten Fluggeräten sind vom Staat eindeutig formuliert – und zu Recht streng ausgelegt. Bei vielen Laufveranstaltungen, Volksfesten und Events missachten die Veranstalter und Nutzer der Flugroboter gleich mehrere:

1. Kein Betrieb über Menschen und Menschenansammlungen.
2. Sicherer und ordentlicher Betrieb, der Personen oder Sachen nicht gefährdet oder stört.
3. Ausreichenden Sicherheitsabstand zu dritten Personen, zu öffentlichen Verkehrswegen sowie anderen Hindernissen einhalten.

Zudem muss der Erlaubnisinhaber (derjenige, der die Flugroboter nutzt) einen Nachweis über die zertifizierte Befähigung zum  Einsatz der Mini-Kopter führen. Des Weiteren ist ein Flugbuch für Aufzeichnungen zu jedem einzelnem Flug (Dokumentation über den jeweiligen Flugbetrieb) zu führen.

Spätestens, wenn dieser Nachweis von einer Prüfungsstelle im Falle eines Unfalls gefordert wird, geraten der Veranstalter und der Nutzer der Fluggeräte wegen ihrer Pflichtverletzungen in Erklärungsnot.

Tolle Bilder wollen wir alle gerne sehen, gerade bei solchen Veranstaltungen. Flugroboter können diesen Dienst hervorragend leisten und darüber weitaus mehr. Jedoch gilt: Die Sicherheit und das Wohl der Beteiligten gehen vor! Deshalb sind besser professionelleDienstleister, deren Leistungen von unabhängiger Stelle z.B. vom TÜV zertifiziert wurden, zu beauftragen. Sie erfüllen alle diese Anforderungen und nehmen damit den Veranstalter aus der Haftung.

 
 
 
 
 
 

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