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19.07.14 - Eiger Ultra Trail

Hitzeschlacht am Dreigestirn

Grindelwald kennt jeder und die Eiger Nordwand ebenso. Diese einzigartige Bergkulisse von Eiger, Mönch und Jungfrau begleitete die Ultratrailläufer auf ihrem langen Weg rund um Grindelwald. So begann die zweite Auflage des Eiger Ultratrails bereits am Freitag mit dem Briefing, bei dem einige Streckendetails erläutert wurden. Am frühen Abend konnten sich die Teilnehmer ihre Startnummern holen, und über die Neuigkeiten auf dem Trailrunningmarkt informieren. Den insgesamt 1400 Trailläufern standen drei attraktive Strecken zur Auswahl, um ihnen diese Bergwelt näher zu bringen.

Die Königsstrecke, E101 genannt, war der Ultratrail über etwa 101 Kilometer und 6700 m Höhenunterschied. Bereits um 4:30 Uhr machten sich die E101-Läufer auf den Weg, um in maximal 28 Stunden diese Strecke zu bewältigen. Der E51 wurde vom Veranstalter als Panoramatrail tituliert und maß 51 Kilometer und 3100 Höhenmeter. Dieser Trail startete um 7 Uhr und die Läufer mussten bis spätestens 21 Uhr wieder in Grindelwald sein (14 Stunden Zeitlimit). Zu guter Letzt gab es noch den Genusstrail über 16 Kilometern und 960 Höhenmeter, die kleine Runde unterhalb von First. Auch hier die Laufzeit limitiert auf 4 Stunden, der Start um 10 Uhr. Alle drei Trails hatten Start und Ziel in Grindelwald.

 
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Für die E101- Ultraläufer hieß es: „Der frühe Vogel fängt den Wurm“. Sie waren bereits zweieinhalb Stunden unterwegs, bevor sich die E51-Läufer auf den Weg machten. Noch war es dunkle Nacht, im Startbereich wurden die Stirnlampen angeknipst, um damit später den Weg auszuleuchten. Bei angenehmen Temperaturen begann der erste Anstieg über 7,7 km auf die Große Scheidegg (VP/1959 m/Zeitlimit 7:00 Uhr). Zuerst auf breiteren Schotterwegen zog sich der Lichterwurm so allmählich den Berg hinauf. Der Wanderweg führte meist entlang der tosenden Schwarzen Lütschine, die vom Oberen Grindelwaldgletscher gespeist wird.

Ganz allmählich konnte man im Morgengrauen die Umrisse von Schreckhorn und Wetterhorn erkennen, die sich rechts von uns auftürmten. Wenn wir zurückblicken, war auch schon die Gegenseite mit Eiger, Lauberhorn und Männlichen zu erkennen. Auf diesem Streckenabschnitt gab es immer wieder Engpässe, an denen sich die Läuferschlange staute und geduldig warten musste, bis sich der Vordermann oder –frau weiter ging.

 
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Weiter hinauf auf First 1 (VP/km 13,4) ging es meist über steile Pfade. Die Stirnlampen waren längst im Rucksack verschwunden, stattdessen hatten viele die Sonnenbrille oder eine Schildmütze aufgesetzt. Nach First 1 kommt bekanntlich First 2, doch dazwischen konnten wir schon einmal steile Schotterstraßen genießen und unsere Beine einlaufen, bis wir über Bort (VP/km 17,4/1560 m) wieder mit einem Gegenanstieg gefordert wurden. Wieder oben angekomme,n war dann an First 2 (VP/km 22,7/2163 m/Zeitlimit 10:15 Uhr) erneut ein Verpflegungsposten.

 
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Nun konnten wir uns auf schmalen Berg- und Wiesenwege erfreuen, genau das Richtige fürs Trailrunning, solange die Beine noch frisch sind. Bei km 30,1 erwarteten uns dann freundliche Helfer an der VP Oberläger/Bussalp (2044 m/Zeitlimit 11:45 Uhr). Eine kleine Statistik sollte eine Überblick geben, was wir bis hierher schon geleistet hatten: Mit mehr als 2300 positiven Höhenmetern hatten wir nach einem Drittel der Gesamtstrecke auch schon ein Drittel unser Bergauf-Höhenmeter gemeistert. Bis hierher gab es nur wenige Bergabpassagen, die würden alle noch kommen und die Muskeln und Sehnen stressen.

Doch nun erst einmal der Aufstieg auf das Faulhorn und der war gewaltig. Insgesamt drei Kilometer sollte es zuerst über bunt blühende Almwiesen hinaufgehen, bis wir schon von weitem die kahle Kuppel des Faulhorns erkennen konnten. Wie weit war es wohl noch? Schwer einzuschätzen, auf jeden Fall kam das Zwischenziel nur sehr langsam Schritt für Schritt näher. Hier oben sollte es eine Bergwertung geben, aber nicht für mich! Ich wollte in gleichmäßigem Schritt diesen höchsten Punkt der E101-Strecke erwandern und mir noch ein wenig Puste für die kommenden Herausforderungen aufheben.

Immer steiler zog sich der Gebirgspfad hinauf, bis wir schließlich das Berghotel auf den Gipfel des Faulhorn (VP/km 33,1/2681 m/Zeitlimit 13:00 Uhr) erreicht hatten. Dort begrüßten uns einige Zuschauer und erneut eine VP, die wir dringend brauchten, denn es  war sehr warm geworden und wir mussten uns immer wieder mit viel Flüssigkeit versorgen, um den Wasserhaushalt auszugleichen. Ein Blick zurück zeigte uns noch einmal die Viertausender der Berner Alpen, vor allem der mächtige Eiger mit seiner Nordwand. Vor uns war der Blick frei hinunter auf den stahlblauen Brienzer See und den weiter westlich liegenden Thuner See.

 
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Zur Schynigen Platte gestaltete sich der Weg als überaus abwechslungsreich. Neben gerölligen Abschnitten mussten wir immer wieder Altschneefelder passieren. Die kniffeligen Stellen waren eindeutig mit Hinweisschildern des Veranstalters markiert, damit wir den Hangweg besser meistern konnten. Vorbei am Berghaus Männdlenen (2344 m) ging es weiter durch die graue Steinwüste, bis wir den Panoramaweg an der Schynigen Platte erreichten. Hier oben kamen uns auch viele Wanderer entgegen, die den sonnigen Tag für einen Ausflug nutzten. Manchmal war es nicht so einfach, sich mit den Wanderern zu arrangieren. 

Da der Abschnitt zwischen Faulhorn und Schynige Platte etwa 11 Kilometer auseinander lagen, gab es eine zusätzliche Wasserstelle etwa auf der Hälfte der Strecke. Das war auch gut so, denn der Weg bis zur VP Schynige Platte (km 44,0/1985 m/Zeitlimit 15:30 Uhr) zog sich noch endlos in der prallen Sonne hin. Im Wechsel von Schotter- auf Wiesenwegen ging es steil hinunter nach Burglauenen. Mit einigen giftigen Gegenanstiegen bewegten wir uns am Hang entlang taleinwärts mit ständigen Schritt- und  Tempowechsel. Die letzten zwei Kilometer nach Burglauenen waren dann richtig steil, aber hier konnten wir wenigstens laufen.

In Burglauenen hatten wir den tiefsten Punkt der E101-Strecke erreicht, auch etwas mehr als die Hälfte der zu laufenden Kilometer und Höhenmeter im Aufstieg. Die bis hier gesammelten knapp 3500 Höhenmeter im Abstieg machten sich nun auch ganz deutlich in den Beinen bemerkbar! Aber nun waren wir erst einmal herunten (km 52,5/905 m/ Zeitlimit 18:00 Uhr). Hier konnten wir uns mit allem Notwendigen versorgen, bevor wir uns auf den zweiten Abschnitt begaben. Wer die verschwitzte Kleidung wechseln wollte, fand hier auch seinen Läufersack und konnte sich in einem Zelt umziehen.

 
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Der Veranstalter wies uns beim Briefing ausdrücklich darauf hin, dass wir nach dem Verlassen der VP die Bahnlinie und die Straße nach Grindelwald überqueren müssten und den Anweisungen der Streckenposten Folge zu leisten hätten. Auf der anderen Talseite sollte nämlich unsere Trailstrecke hinauf nach Wengen weitergehen. Zuerst gingen wir auf einer steilen Asphaltstraße Schritt für Schritt den Berg hinauf. Die Hitze blieb uns erst mal erhalten, was das Hinaufgehen nun doch beschwerlich machte. Allerdings hatte es sich leicht bewölkt, so dass die Sonne nicht mehr ununterbrochen auf uns herunterbrannte.

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