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30.06.13 - Osterfelder Berglauf

Es muss nicht immer die Zugspitze sein

In Garmisch-Partenkirchen wird der Osterfelder Berglauf dieses Jahr schon zum 33. Mal ausgetragen. Der Start liegt im Ortsteil Garmisch an der Talstation der Alpspitzbahn - mit dem Auto wie auch per Zug leicht zu erreichen. Wir kommen eine Stunde vor dem Start an und sind nicht die einzigen Nachmelder in der Talstation der Bergbahn. In den 25 Euro Startgebühr sind ein schönes T-Shirt mit dem Logo des Osterfelder Berglaufs sowie die Talfahrt mit der Alpspitzbahn enthalten. Seinen Kleiderbeutel für das Ziel gibt man direkt an der Seilbahngondel ab.

Auf dem Parkplatz stellen wir fest, dass es sehr viele Wiederholungstäter gibt. Die sind über das frische Wetter ganz glücklich und trotzdem eher locker angezogen. Am Ziel auf 2050 Metern Höhe werden drei Grad vorausgesagt. Wir halten uns an die erfahrenen Läufer und entscheiden uns auch für leichte Kleidung, nehmen aber noch einiges zum Überziehen mit. Man weiß ja nie.

 
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Nach einer kurzen Ansprache des Organisators Wolfgang Plümpe starten um 9:45 Uhr die Nordic Walker, um 10:00 Uhr dann wir. Wir unterqueren die Zugspitzbahn und beginnen auf einer Forststraße sofort mit dem Aufstieg. Das Feld zieht sich schnell auseinander und ich stelle nach einem Kilometer fest, dass wir nicht die Letzten sind. Gott sei Dank. Gerade jetzt muss ein verrückter Einheimischer uns in einem alten Opel überholen und die Läuferschar mit seinen Abgasen mächtig einnebeln. Der muss es ziemlich eilig haben, immerhin verlassen wir dann bald den Fahrweg und er hätte die Straße wieder für sich gehabt. Vorher kommen wir noch an dem Schuppen der historischen Bobbahn vorbei.

Die ersten Wege sind nach Baumfällarbeiten mit Ästen übersät und ziemlich aufgeweicht. Da sind ordentliche Trailschuhe Gold wert. An einigen Stellen legen unsere Vorläufer schon Gehpausen ein, die wir gerne mitmachen. Wie gesagt, das Überholen ist bei den vielen Ästen nicht so einfach. So stetig ansteigend wie auf den Höhenlinien angegeben ist der Weg allerdings nicht: An vielen Stellen kann man ihn bei geringer Steigung auch als Berg-Anfänger noch gut im Laufschritt bewältigen.

Wanderwege und Fahrstraßen wechseln sich im Wald ab. Wegen der vielen dunklen Passagen sind leider auch die meisten Fotos nichts geworden. Bei km 3 treffen wir schon auf die ersten Skipisten. Beeindruckend, wie gut die Kandahar-Abfahrt ausgebaut ist. An einer Stelle sehe ich einen Fußgängertunnel unter der Strecke. Außerdem bieten sich jetzt auch die ersten Ausblicke ins Tal. Wunderschön die Wolkenfetzen, die uns jetzt begleiten. Und natürlich immer wieder wandernde Zuschauer.

Endlich kommen die ersten Nordic Walker in Sichtweite. Wir liefern uns viele kleine Rennen mit den Konkurrenten,  überholen einige laufend, um dann bei der anschließenden Gehpause wieder  überholt zu werden. Hier gibt es auch die erste von zwei Verpflegungsstellen, an der Wasser ausgeschenkt wird.

 
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Bei km 8 nach ca. 900 Höhenmetern in der Nähe der Kreuzeckbahn-Bergstation überqueren wir einen Bergkamm und haben einen wunderbaren Blick nach Osten auf ein tiefes Tal. Die Forststraße läuft hier am Hang sanft bergauf, sodass man den einen oder anderen Blick riskieren kann. Viele Wanderer sind trotz des nicht optimalen Wetters unterwegs. Man kann hier mit drei Bergbahnen und etwas aktiver „Beinarbeit“ eine kleine Rundtour zurücklegen. Es gibt auch viele Hinweistafeln. Links stehen einige „Karotten“, wenigsten schnappe ich dieses Wort auf einer Tafel auf. Gemeint sind spitze Felsnadeln, die sich aber einem Foto leider auch widersetzen.

Hier ist es windiger und kälter - wie jedes Jahr, berichtet mir ein Läufer.

 
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Nach einem zähen Anstieg von der Hochalm öffnet sich bei Kilometer 10 auf 1800 m Höhe der Blick auf ein schroffes hochalpines Tal. Vor uns liegt das 2628 Meter hohe Alpspitz-Massiv, das Wahrzeichen Garmisch-Partenkirchens. Gerne mit der Zugspitze verwechselt, die aber dahinter liegt und auch noch einiges höher ist. Ich bin wirklich begeistert. Hier ist es wieder flacher und man kann wieder gut laufen. In einer 180-Grad-Kurve schrauben wir uns empor. Kurz vor dem Felsentor laden drei schaukelnde Sitze zum Verweilen ein. Wir haben aber keine Zeit. Der Wettkampf mit unseren Mitläufern ist noch nicht vorbei.

Ich versuche Judith anzuspornen mit dem Hinweis, dass dies kein Marathon ist und wir nur noch ein paar hundert Laufmeter vor uns haben. Na ja - und noch lockere 100 Höhenmeter. Durch das fotogene Felsentor geht es wieder in eine grünere Umgebung und mal ein kurzes Stück bergab. Rechts oben sieht man die Bergstation der Alpspitzbahn auf 2033 Metern. Dorthin gilt es noch einige Serpentinen zurückzulegen und wir gewinnen die Erkenntnis, dass wir noch nicht die Top-Bergläufer sind.

 
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Viele Zuschauer applaudieren uns jetzt. Nach 11,9 km Strecke und knapp 1300 Höhenmetern sind wir nach 1:51 h im Ziel direkt unter den Gondeln der Bergbahn. Es gibt eine Handzeitnahme und obwohl ich nach  Judith ins Ziel komme, werde ich auf der Ergebnisliste mit einer Sekunde führend aufgelistet. In strahlender Sonne gibt es warmen Tee, Bananen, Äpfel und leckere Semmeln.

Irgendwie ging mir das alles wieder zu schnell und ich werde noch einige Tage darüber sinnieren, ob Bergwandern nicht doch entspannender ist. Eine Läuferin findet hingegen, dass ihr auch 10 km gereicht hätten.

Hier oben tummeln sich viele Ausflügler, die entweder unseren Laufweg nach unten abwandern - was sicher sehr schön ist - oder wenigstens die 20 Höhenmeter zum Osterfelderkopf zurücklegen. Das ist übrigens ein „Vorgipfel“ der Alpspitze. Wir nutzen das Angebot des Restaurants und essen „Spätzle für Bergläufer“.

Unsere Kleiderbeutel waren im Saal des Restaurants im ersten Stock aufgestellt, wo nach Eintreffen der letzten Läufer die Tombola beginnt. Es gibt viel zu gewinnen. Irgendwie fühle ich mich an den Hamburger Fischmarkt erinnert. Das scheint daran zu liegen, dass Wolfgang Plümpe nicht wirklich bayrisch spricht, a Zuagroaster eben. Vor den Fenstern wechseln sich dichte Wolken mit Sonnenschein ab. Nach der Tombola noch die Siegerehrung inklusive Altersklassen. Ich bin beeindruckt von den jugendlich aussehenden M70ern. Judith hätte aufs Treppchen kommen können, wenn sie eine AK jünger gewesen wäre.

Schade, dass wir jetzt, wo ich Fotos von den Bergen machen will, wieder in einer Wolke verschwinden. So kann ich nur berichten, dass das Panorama sehr schön ist. Es gibt auch einen Aussichtsbalkon über dem Abgrund. Sehr gut auch die Organisation: Da nicht alle Läufer in eine Gondel der Bergbahn passen, werden Sonderfahrten eingelegt, damit alle schnell ins Tal gelangen.

Wir kommen sicher wieder.

Fazit:

Landschaftlich sehr reizvoller Berglauf mit hochalpinen Ausblicken

11,9 km  mit 1297 Höhenmetern, daher die Bezeichnung „anspruchsvoll“, aber trotzdem auch für Halbmarathon trainierte Läufer machbar (von 193 Finishern waren 40 über 1:50 unterwegs. Die Letzten kamen nach 2:30Stunden ins Ziel)

Freundliche Helfer und sehr gute Organisation

Keine Duschmöglichkeit, aber viele Seen und Schwimmbäder in der Nähe.

Sieger

Männer

Schönberger, Korbinian  01:05:09
Obendorfer, Richard   01:06:13
Eisel, Philipp   01:09:06

Frauen

Kistner, Sarah   01:25:21
Schlierf, Hedwig  01:27:16
Hahn, Kornelia  01:27:45

193 Finisher

 

Informationen: Osterfelder Berglauf
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