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30.04.17 - DKV UrbanTrail de Luxembourg

Kampf um den letzten Platz

Luxemburg, die Großherzogliche. Gran Ducale, so heißt der längste Abschnitt des Urban Trails. Nur 34 km, und ich habe verloren.

Es wurde schon viel geschrieben über diesen Urban Trail. Den bereits am M4Y erschienenen,  hervorragend recherchierten Berichten ist nichts hinzufügen.

Diesen letzten Aprilsonntag mit überaus schönem Wetter nutzen wir (die beste Ehefrau und ich) zu einem Laufausflug nach Luxembourg. Wir kennen das schon, dachten wir. Damals, im Regen, klatschnass, kalt; aber heute warm, sonnig, freundlich, so ganz anders mal.

Gerade noch rechtzeitig angekommen, Parkgarage gefunden und ab zum Orgazelt. Nummern holen und Umschau halten. Nicht wiederzuerkennen. Der große Startplatz, unten das Zelt, die Versorgung, die Toiletten... alles viel besser hier.

Und ehe ich alles registriert habe, tönt der Countdown aus einem übersteuerten Lautsprecher und los geht‘s. Erstmal durch die Fußgängerzone und die Innenstadt, dann zu den Bastionen am Ufer der Alzette. Bereits beim ersten Foto sehe ich etwas bemerkenswertes: ich hier oben - vue pittoresque runter zum Wendeltreppenturm - die vordersten Läufer gerade eben im Sauseschritt dort rein! Ich bin platt. Und ganz hinten.

 

 
© trailrunning.de 19 Bilder

 

Ist nicht wirklich gut für die Moral. Jedenfalls hole ich auf und staue mich brav an der Wendeltreppe. Wie immer. Aber dann hängen sie mich ab. Erst an Microsoft vorbei, dann die Treppen hoch zur (wie auch immer-Brücke), runter und rauf, mal auf Rampen, dann wieder auf Treppen. Ziemlich anspruchsvoll. Von Orientierung kann keine Rede mehr sein. Also dringend aufpassen, kleine weiße Pfeile weisen den Weg.

An einer Flußbrücke gabelt es sich. 27 und 34 km rechts ab, die 13er links. Hier beginnt der landschaftlich schönste Abschnitt das Flußtal entlang. Man scheut sich nicht, dem harmlosen Läufer die Steilheit des Ufers nahezubringen. Mit allen Tricks. Gut, es gibt Treppen. Aber auch richtige Trails. Mit allen Schikanen. Nur nicht auf der bequemen Uferstraße, wo es doch da im Gebüsch diesen Trampelpfad gibt, hoch zum Plateau und gleich wieder runter. Aufmerksame Wachtposten sorgen dafür, dass man nichts verpasst...

Kurz vor km 12, da teilt sich die 27er Strecke ab und mich überholen die schnellen Kollegen der Mittelstrecke (Le trail des forts). Wieder mal was Gutes für die Laufmoral. Aber ich bin noch nicht am Schluss. Einzelne quälen sich durch die Hitze, die Ufer hoch und runter, wie ich. Es ist wenigstens Schatten unter den Bäumen und in Hesperange dürfen wir umkehren. Endpunkt unserer Schleife. Und die ist wunderschön. Wirklich anstrengend, aber top! Wir lassen nichts aus.

Km 20. Streckenzusammenführung mit den 27ern. Niemand weit und breit. An einer alten Mühle wird willkommen versorgt. Drei Radfahrer betrachten mich genau, dann folgen sie mir. Ha, den Berg hoch kommen sie nicht, denen zeig ich‘s, das wäre ja gelacht, ich als Ultra. Die hänge ich ja wohl ab, auch im Schlappschritt. Von wegen. Die drei sind die Besenradler. Von unten können sie mich bequem sehen und warten einfach nur ab.

Am Ende der Etappe erreichen wir wieder die Stadt, auf Sicherung wird nun verzichtet, ich bin mir selbst überlassen. Einen Kameraden hole ich noch ein. Ab der nächsten Versorgung wollen wir gemeinsam leiden. Im Slalom um die Spaziergänger herum.  "Bitte Platz, wir müssen ein Rennen gewinnen!" Die letzten 9 km durch die Stadt,  jetzt auf gemeinsamer Strecke für alle drei Läufe.

Kräftiger Anstieg zur modernen Eurocity, durch die alten Festungsanlagen (von Vauban) wieder runter. Muskelkrampf, der Kamerad muss abwarten. Schließlich das highlight- der TUNNEL. Unter der Altstadt durch. Sehr praktisch. Kühl und fast trocken. Und beleuchtet. Leider haben die Sambagirls nicht gewartet. Im Petrussetal dann Treppen hoch bis zur Hauptstraße, noch 200 m und - Arrivee! Meinen letzten Platz konnte ich aber nicht verteidigen, drei starke Konkurrenten, genauso fertig wie ich, kommen noch etwas später...

Fazit

Luxemburg von einer ganz unerwarteten Seite - das kann man hier erleben. Die ganz lange Strecke ist mehr so für den Landschaftsliebhaber, die 13 km eher für Stadtfans. Gut, um sich schöne Plätze für die Erholung hinterher zu merken. Für alles ist gesorgt, es gibt einen buff und ein schönes Finisherhemd. Sollte es regnen, unbedingt auf rutschfestes Schuhwerk achten - nasse Steine, später Schlamm

 

Informationen: DKV UrbanTrail de Luxembourg
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