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27.08.17 - Maddalene Skymarathon

Stilvolles im Maddalene-Trailparadies

Sprichwörtlich im Schatten der weltberühmten Dolomiten liegt im Nonstal die Gebirgskette Maddalene. Der überwiegende Teil des Val di Non liegt in der italienischsprachigen Provinz Trentino. Als Deutschnonsberg bezeichnet man vier Gemeinden mit einer mehrheitlich deutschsprachigen Bevölkerung, sie liegen am oberen Ende des Nonstals, etwa 40 km von Bozen entfernt. Im Gegensatz zu den anderen Gemeinden des Tales gehören sie noch zu Provinz Südtirol. Hier befindet sich auch der Startort des Maddalene Sky Marathon im kleinen Wallfahrtsort „Unsere liebe Frau im Walde“, bereits auf einer Höhe von 1.342 m.

Um die Maddalene etwas bekannter zu machen, aber auch um die Gemeinden im Nonstal mit ihren unterschiedlichen Sprachen und Provinzen näher zusammenzuführen, wurde vor 8 Jahren der Maddalene Sky Marathon ins Leben gerufen. Der Zielort der Punkt-zu-Punkt-Strecke liegt in Rumo im Trentino auf 1000 m Höhe. Daraus ergibt sich, dass abwärts mehr Höhenmeter (etwa 3250) als bergauf (2900) zu meistern sind. Die Gesamtlänge liegt bei 44,2 Kilometer. Die maximale Höhe wird am Gipfel des Monte Pin (2420 m) erreicht. Neben dem Marathon gibt es noch das kürzere Maddalene Mountain Race mit 25 km und 1500 Höhenmetern, ebenfalls mit Start in Unsere liebe Frau im Walde und Ziel in Rumo.

Charakteristisch für die Berge der Maddalene-Gruppe sind seine sanften Hügel, mit Gipfeln bis auf 2700 m Höhe. Einer der bekanntesten Wanderrouten der Gegend ist der Aldo-Bonacossa-Steig. Er startet am Gampenpass und endet nach über 50 km im Trentino. Ein Großteil der Strecke des Maddalene Sky Marathons führt über diesen Panorama-Höhenweg auf einer durchschnittlichen Höhe von 2000 Metern.

Vor 7 Wochen waren Jan und ich gar nicht so weit von hier entfernt beim Sky Marathon am Rosengarten mit ähnlicher Streckenlänge und Topografie. Al so wissen wir in etwa, was auf uns zukommt. Leicht wird die Aufgabe sicher nicht, denn man hält einige Hürden für uns bereit: Drei Cut-Off-Stellen, die zwingend einzuhalten sind.

Die Anreise auf der Brennerautobahn ist richtig zähflüssig, viele sind noch auf dem Weg in den Süden. In Bozen verlassen wir die aufgestaute Autostrada und ein paar Kilometer vor Meran biegen wir ab und es geht immer aufwärts Richtung Gampenpass in die Einsamkeit, wie mir scheint. Zwei Kilometer vom Passübergang liegt der Weiler „Unsere liebe Frau im Walde“, eine der ältesten Siedlungen im Nonstal. Nur etwa 400 Menschen leben im Ort, oder mehr oder weniger im Umfeld davon, der Ortskern ist sehr überschaubar.

Herausragende und bedeutende Bauten sind die gotische Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt aus dem 15. Jahrhundert und das Hotel und Gasthof Zum Hirschen. Über Jahrhunderte war das Haus ein Hospiz, das Verpflegung und Unterkunft für Pilger, Kreuzzügler und Händler, die über den Gampenpass ihre Geschäfte abwickelten. Ganz frisch renoviert bietet es heute zeitgenössische Architektur und gediegenen Komfort. Nur 100 Meter vom Startplatz entfernt, der ideale Ort für uns, um das Wochenende zu verbringen. Wir sind auch sofort restlos begeistert vom modernen Ambiente, zudem wird uns bereits ab 5.30 Uhr Frühstück angeboten. Somit müssen wir nur ein paar Minuten vor dem frühen Start die Zimmer verlassen. Ein Übernachtungstipp, den ich gleich mal weitergeben darf. An der Rezeption höre ich zum ersten Mal ,wie das „Maddalene“ in Italienisch, bzw. Südtirolerisch klingt. Ganz weich und mit einem langen „e“ hintendran. Klingt wunderbar.

Von 16 Uhr bis 19.30 Uhr kann man am Samstag die Startunterlagen im Mehrzwecksaal abholen, der liegt auch direkt neben dem Startplatz und ist für uns in zwei Minuten zu erreichen. Vor dem Eingang treffe ich Axel, auch einer der Vielstarter, die man immer mal wieder trifft. Er macht gerade Urlaub in der Nähe der Seiser Alm, der Lauf passt ihm gut ins Programm. So kann man es auch machen. Somit sind wir schon drei, der fünf Deutschen, die morgen am Start beim Skymarathon stehen.

An der Ausgabe bekommt jeder neben der Startnummer mit integriertem Chip einen sehr schönen dicken Baumwoll-Hoodie mit Veranstalterlogo überreicht. Aus Schwarz und Dunkelblau kann man wählen. Wir dürfen auch probieren, um die richtige Größe zu wählen. Dazu gibt es noch einen Essensgutschein, der morgen nach dem Lauf im Zielbereich in Rumo eingelöst werden kann und einen gratis Bustransfer. Wahlweise am Morgen von Rumo hierher oder wie unserem Fall benötigt, für den Rücktransport. Bescheidene 40 €, bzw. 35 € für das kürzere Mountain Race sind bei Anmeldung bis Ende Juli für das gesamte Paket zu löhnen. Da gibt es wenig Grund zu meckern.

Aber das war noch nicht alles. Um 18.30 Uhr findet im großen Saal das Racebriefing statt. Die Ortsbürgermeisterin und alle Verantwortlichen der Organisation sind anwesend. Nach einigen Begrüßungen werden uns in Deutsch und Italienisch unglaublich detailliert die Schwierigkeiten der Strecke präsentiert. Eine ganze Stunde dauert der Vortrag. Im Vorraum wird uns zum Abschluss ein tolles Südtiroler Spezialtäten-Büffet und auch das eine und andere Gläschen Rotwein geboten. Das hat wirklich Stil.

 

 
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Der Start für den Maddalene Sky Marathon erfolgt um 7.00 Uhr. 100 Starter stehen bereit. 250 Startplätze sind das Limit, da wäre also noch Luft. Die Sollzeit ist auf 10 Stunden festgesetzt. Die Läufer/innen des Maddalene Mountain Race müssen erst zwei Stunden später um 9 Uhr ran, hier ist man mit den Sollzeiten etwas großzügiger. In 7 Stunden sind die 25 km zu bewältigen.

Wechselbekleidung für den Zielort kann ebenfalls abgeben werden, wird aber nur in den vom Veranstalter gestellten Plastiksäcken transportiert. Die sind aber riesengroß, würden auch für eine Familie reichen. Jede Startnummer wird persönlich aufgerufen und beim Eingang in den Startkorridor wird auch von jedem die Pflichtausrüstung kurz gecheckt. Regenjacke, Rettungsdecke, Signalpfeife und 1 Liter Getränk sind verpflichtend mitzuführen. Handy wird nicht verlangt, es gibt auf großen Teilen der Strecke nur schlechten oder keinen Empfang.

Nach einem heftigen Gewitter  mit Hagel am Vortag ist der Himmel heute wieder makellos blau. Etwa 12 Grad herrschen am Start, aber es wird wieder sehr warm werden und es könnte am späten Nachmittag wieder Gewitter geben. Mirko von der Organisation meint: super Badewetter.

Pünktlich geht es los, nur kurz ist der Ortsdurchlauf, nach 300 Meter geht es auf dem Pilgerweg meist angenehm laufbar aufwärts. Dieser führt vom Gampenpass herunter über 14 steinerne Stationen bis zur Wallfahrtskirche im Ort. Kurz vor der Passhöhe weist uns ein Hinweisschild auf Saurierspuren hin. 1997 wurden in der Nähe zahlreiche Fußabdrücke entdeckt, welche prähistorische Reptilien vor 235 Millionen Jahren im Felsen hinterlassen haben. Diese Spuren sind besonders bedeutend, weil sie so gut erhalten sind, dass man auf einigen sogar den Abdruck der Haut erkennen kann.

Nach zwei Kilometern erreichen wir die Passhöhe am Gampenpass. Nur wenige Meter führen an der Passstraße entlang. Von 1810 bis 1815 verlief hier die Grenze zwischen dem von Napoleon gegründeten italienischen Staat im Süden und dem Königreich Bayern im Norden. Wir biegen nach links ab.

 

 
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Einen Kilometer weiter verlassen wir den Schotterweg und biegen ein in den rustikalen Bonacossa-Steig. Der Wanderweg mit der Nr. 133 ist benannt nach Graf Aldo Bonacossa (1885 – 1975) aus Mailand, der einer der ersten Erforscher der Gebirgsgruppe war. Neben der auffälligen grellroten Streckenbeschilderung des Veranstalters können wir uns auch an der permanenten Markierung mit der Nr. 133 orientieren.

Sehr steil geht es auf dem Jägersteig im Wald oft über hohe Stufen nach oben. Nach 5 Kilometern haben wir etwa auf etwa 2000 m Höhe die Waldgrenze erreicht. Nicht mehr ganz so schroff führen uns weiche Wiesentrails, immer wieder durchsetzt mit Felsüberquerungen, noch weiter aufwärts. Ein wunderschöner Abschnitt, der durchsetzt ist von Blockwerk und von Gletschern der Eiszeit gerundeten Felsen.

Nach 6 km erreichen wir unterhalb der Spitzen des Laugen und Kleinen Laugen, den in einer Bergmulde gelegenen, bildschönen aber auch sagenumwobenen Laugensee (2182 m). An seinem Ufer hausen laut Sage die allerschlimmsten Wetterhexen. Die kleine Gruppe, die hier auf einem Felsen sitzt und uns anfeuert, wird wohl nicht damit gemeint sein. In der Region wird der Laugen auch gern Wetterberg genannt. Hier kann das Wetter innerhalb von Minuten wechseln. Ich denke, von oben wird sich so schnell nix tun, ich lenke mein Augenmerk eher nach unten. Der alpine Rasen ist durch die massiven Regenfälle von gestern mit Wasserpfützen durchsetzt. Ich möchte nicht jetzt schon nasse Füße bekommen und suche vorsichtig die richtige Spur.

 

 
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Etwas wellig, aber tendenziell abwärts geht es weiter. Immer öfter bekommen wir jetzt wunderschöne Aussichten über das ganze Etschtal , von Meran und Passeiertal bis nach Bozen und den Dolomiten, geboten. Einfach herrlich. Bereits vor rund 7000 Jahren sind hier Menschen in der Mittelsteinzeit durchgezogen, wie Feuersteinfunde beweisen.

Ein sehr steiler, technisch schwieriger Abstieg durch bewaldetes Gebiet ist nach 10 km zu bewältigen. Über einen Kilometer Länge verlieren wir 250 Höhenmeter. Die ausgewaschenen Pfade, mit Steinen durchsetzt, lassen für mich kein größeres Tempo zu. An der Castrin Alm sind wir wieder auf 1812 m abgestiegen, hier ist auch die erste Getränkestelle mit Wasser, Iso und Cola für uns eingerichtet.

Kurze Erholung ist auf einer etwa 500 Meter langen, leicht fallenden Schotterstraße und einer anschließenden Almwiesen-Durchquerung angesagt. Ein Rindvieh stellt sich mir mitten in den Weg und prüft, ob ich Angst vor ihr habe. Beim folgenden steilen Anstieg sehe ich Jan noch ein letztes Mal, etwa 500 m vor mir. Irgendwie fühle mich nicht mehr besonders gut und kann ihm nicht mehr folgen.

Die erste Cut-Off- und auch Verpflegungsstelle ist nach etwa 16 km an der Kessel Alm errichtet. Um 10.30 Uhr muss die Station passiert werden. Ich habe eine halbe Stunde Luft zu den 3:30 Stunden. Den Läufern des später gestarteten Mountain Race gibt man bis hier 4 Stunden Zeit. Ihr Weg führt anschließend hinunter nach Rumo.

 

 
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Für uns geht es in die gegenteilige Richtung: wieder nach oben. Nach einem strengeren gerölligen Anstieg wird es wieder etwas flacher. Immer mehr Läufer von hinten überholen mich. An einer Bank lege ich eine kurze Pause ein. Die Aussicht ist wunderbar, aber nicht der Grund meiner Rast. Ich benötige dringend etwas Energie in Form eines Gels.

Weglos durch die Prärie könnte man einen etwa zwei Kilometer langen Abschnitt nennen. Über Alpinrasen, vielen Steinen und Felsen gibt es keine Spur am Boden zu entdecken. Ein Paradies für jeden Trailläufer. Mit nachlassenden Kräften muss ich mich stark konzentrieren, um die Streckenfähnchen oder die Markierungen des Bonacossa-Steigs zu finden. Die rotbekleideten Bergwachtler sind mir eine große Orientierungshilfe.  Verloren gehen kann hier kaum einer, sie sind  in kurzen Abständen an der gesamten Strecke verteilt. Ein großes Lob dafür an die Veranstalter.

Nach etwa 22 km erreiche ich den wunderschön gelegenen Samersee. Der Bergsee liegt am Fuße der Goldlahn-Spitze am Ilmenkamm, hier fällt die Maddalene nach Norden ins Ultental ab. Wenig später die zweite Spitze auf dem Höhenprofil der Strecke auf über 2200 m Höhe. Ein Blick auf die Uhr sagt mir, dass nur mehr 15 Minuten bleiben, um den 2. Cut-Off an der 300 Höhenmeter und gut einen Kilometer tiefer liegenden Val Alm zu erreichen.  Obwohl es steil abwärts geht, könnte man den technisch nicht übermäßig schwierigen Abschnitt zügig bewältigen. Mir fehlt aber jegliche Kraft in den Beinen. „La Macchina“ läuft heute einfach nicht rund.

Cancello ore 12,00. Zwei Minuten vor Ablauf der 5 Stunden Zeitlimit erreiche ich die Kontrollstelle. Irgendwie hätte es mich nicht hart getroffen, das Limit verpasst zu haben. Ich bin einfach zu kaputt. Es treffen noch weitere Läufer und Läuferinnen kurz nach mir an der Station ein, sie dürfen aber allesamt nicht mehr weiterlaufen. Axel ist auch darunter.  Ich bin der Letzte, der das Limit geschafft und die Option hat, weiterzulaufen.

Mir fehlt jeglicher Appetit um mich ausgiebig zu stärken, nicht einmal Kuchen bringe ich hinunter. Das ist bei mir ein ganz schlechtes Zeichen. Mehrere Becher Cola, Iso und ein Gel müssen reichen. Es ist auch noch sehr warm geworden, selbst auf dieser Höhe.

 

 
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Nach ein paar Minuten Pause stelle ich mich wieder der Herausforderung. Die Hoffnung stirbt zuletzt, vielleicht komme ich ja noch einmal aus diesem Tief. Das habe ich schon oft so erlebt. Ich kann Axel überreden, er schließt sich mir an. Er war unter der Woche krank, ihm fehlt heute auch die Kraft, um schneller zu laufen.  Die Startnummer musste er allerdings abgeben, er läuft jetzt auf eigene Verantwortung.

Sofort geht es wieder deftig aufwärts. Einen herrlichen Panoramablick bekommen wir auf der nächsten Erhebung geboten. Wir machen ein paar Fotos. Unter uns liegt der Lago di Santa Giustina. Zur Hälfte konnte ich ihn schon mehrmals ausmachen, jetzt ist er zur Gänze sichtbar. Der 8 Kilometer lange und an seiner breitesten Stelle knapp 1 Kilometer breite Stausee liegt neben Cles, dem Hauptort des unteren Val di Non und Verwaltungssitz des ganzen Nonstales. Er verfügt über eine der mächtigsten Bogenstaumauern weltweit, die Anlage staut den Fluss Noce zu diesem See.

Bis auf 1800 m führt uns ein schmaler Pfad wieder hinunter in einen Bergkessel  und in meist schattigen Wald. Am nächsten Bergübergang werden wir bereits erwartet. Neben einem Mann von der Bergwacht warten auch der Besenläufer und ein Begleiter, die sich ab hier an meine Fersen heften. Ich bin wenig begeistert davon, es setzt mich zu sehr unter Druck. Ich kann das hier aber am Rande des zeitlichen Limits und als Letzter im Rennen akzeptieren.

Über einige Kilometer zieht sich die Strecke in diesem Kessel mit Aufwärtstrend dahin. Die schwüle Luft steht, ich nütze viele Rinnsale, um meine Mütze und den Kopf anzufeuchten. Aber es sind mittlerweile auch viele Wolken aufgezogen. An einer Alm tauche ich meinen Kopf in einen Brunnen, wozu der Besenläufer irgendwas in Italienisch bemerkt. Ich verstehe es nicht, aber Axel übersetzt mir das mit: Ich solle mich beeilen, es könnte ein Gewitter aufziehen. Ok, ok, ich verstehe. Und schon bin ich wieder weg.

Extrem steil zieht sich der Aufstieg auf den Passo Binagia (2296 m) hin. Das kostet meine letzten Kräfte. Das Zeitlimit habe ich am Übergang schon um 15 Minuten überschritten, so brauche ich beim nachfolgenden steilen Abstieg über Almwiesen nicht mehr Dampf zu machen. Ich könnte es auch nicht mehr. Um 14.30 Uhr überquere ich die Zeitmessung an der Binasia Alm. Eine halbe Stunde über der Zeit. Für mich erst das zweite Mal, dass ich an einem Cut-Off scheitere. Da habe ich mit der „Maddalene“ noch ein Hühnchen zu rupfen.

Axel und ich sind nicht die einzigen, die auf ihren Rücktransport warten. Wir müssen uns aber noch eine Stunde gedulden und bekommen zwischenzeitlich etwas zu Essen. Die meisten Wolken haben sich wieder verzogen. Ich liege neben der Hütte in die Sonne und relaxe. Plötzlich heißt es dann: das Essen ist fertig. In der Hütte traue ich kaum meinen Augen. Alle Helfer und ausgeschiedenen Teilnehmer sitzen bereits an den Tischen. Salat, Parmesan, Pasta und Fleisch werden aufgetischt,  und alles reichlich. Axel und ich haben Appetit auf ein Bierchen. Kein Problem, uns werden mehr Wünsche erfüllt, als wir eigentlich haben. Zum Abschluss „müssen“ wir auch unbedingt noch das Tiramisu kosten. Ja, wirklich klasse. Das hat Stil.

 

 
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Auf 11,3 km Reststrecke weist ein Schild vor der Binasia Alm hin. Von hier geht es direkt etwa 300 hm hinauf auf den Gipfel des Monte Pin (2420 m), dem höchsten Punkt der Strecke. Jan hat den Cut locker geschafft und steuert noch ein paar Bilder von diesem Aussichtspunkt bei. Anschließend geht es nur mehr abwärts. Die haben es aber in sich, wie er mir erzählt. Auf etwa 10 km sind 1500 negative Höhenmeter zu meistern.

In Rumo laufen bereits die Siegerehrungen in der großen Mehrzweckhalle. Für die letzten Finisher des Tages wird das Essen serviert. Jan ist einer der letzten, der seinen Bon noch einlösen kann. Aha, deshalb wurden wir bereits auf den Hütten bewirtet. So geht niemand leer aus. Ideal ist auch die Möglichkeit in der Halle die Duschen zu benützen. Im Zielkanal wartet man noch auf die letzten Finisher des Skymarathons. Auch alle die über der 10-Stunden-Sollzeit sind und den letzten Cut-Off passiert haben, werden noch registriert und in die Wertung aufgenommen.

 

 
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Mein Fazit.

Eine wunderschöne Strecke, auf der man bei den Teilnehmerzahlen zwangsläufig oft alleine unterwegs ist. Sie ist schon recht anspruchsvoll und für Traileinsteiger wohl weniger geeignet. Mein Ausscheiden gilt jedoch nicht als Maßstab. Bei mir hat es heute körperlich einfach nicht gepasst.

Da nur wenige Bergwanderer unterwegs sind, haben die Teilnehmer die Bergidylle überwiegend für sich alleine. Bis auf wenige Wege wird ausschließlich auf schmalen Pfaden oder gar weglosen Abschnitten gelaufen. Gefährliche, ausgesetzte, oder gar seilversicherte Passagen gibt es nicht. Das Maddalene-Gebirge ist noch ein richtig natürliches Trailparadies.

Insgesamt waren 100 Läufer und Läuferinnen beim Skymarathon und 130 beim Mountain Race am Start. Der gewaltige Aufwand für die relativ wenigen Teilnehmer wurde von den Organisatoren mit viel Herzblut erledigt. Man spürt die Begeisterung der Organisatoren und Helfer für IHREN Lauf in  IHREM Tal und IHREM Gebirge. Besonders hervorheben möchte ich auch die vielen Helfer der Bergrettung, die in relativ kurzen Abständen immer präsent waren.

Ich werde auf alle Fälle wiederkommen und meine Scharte auswetzen.

 

Informationen: Maddalene Skymarathon
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