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28.11.15 - Special Event

Glühweinlauf im Golddorf

Im Oberbergischen gibt es eine Reihe von interessanten Läufen. Ein Schmankerl ist der Glühweinlauf in Marienhagen, Stadt Wiehl. Vor zwei Jahren war ich schon einmal dabei und war von der Strecke und Organisation sehr angetan. Was liegt näher, als nach zwei Wochen Training nach der Herbstpause einen Formcheck mit dem Genuss von Glühwein zu verbinden.

Ich treffe an der Grundschule in Marienhagen viele bekannte Gesichter. Wir holen uns die Startunterlagen und gehen sodann unverzüglich in den Nebenraum. Hier ist die Cafeteria mit dem Kuchenbuffet. Wir haben noch Zeit. Dieter genießt in vollen Zügen 2 Stücke Kuchen. Mann, wie kann der mit dem Bienenstich in der Wampe in einer Stunde denn laufen? Denke ich und belasse es bei einem Kaffee.

Nach dem Genuss des Kuchens gehen wir in der Grundschule eine Etage tiefer und ziehen uns um. Die Taschen können wir an der Kleiderabgabe deponieren. Auf dem Kopf tragen wir eine Nikolausmütze. Die gibt es traditionell im Starterbeutel, wie auch einen Gutschein für einen Glühwein am Stand des Veranstalters, des VFR Marienhagen, auf dem Marienhagener Weihnachtsmarkt.

Der Wettergott meint es gut mit uns. Der Regen des Vormittags ist vorbei und vereinzelt kommt sogar die Sonne heraus. Die Temperaturen liegen über Null Grad. Wind gibt es kaum. Gutes Laufwetter.

 
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Der Start des Hauptlaufs ist um 14 Uhr. Vorher gibt es bereits einen Schülerlauf über 1,7 Km, Nordic Walking über 7,3 Km und einen 5 Km-Jedermannslauf. Mit insgesamt 561 Voranmeldern vermeldet der VFR Marienhagen eine Rekordbeteiligung.
59 Glühwürmchen runden die Veranstaltung ab. Der Bambinilauf über 370m heißt wirklich Glühwürmchenlauf und die Nikolausmütze der Bambinis blinkt sogar. Wenn das mal kein Anreiz für den Nachwuchs ist.

 

10 Km mit 170 Höhenmetern


liegen vor uns als Punkt 14 Uhr der Startschuss fällt. Über 200 Läufer nehmen den Glühweinlauf in Angriff. Marcel stürmt vorne los, Dieter haut mir ab, ich trabe gemütlich los. Links sehe ich einen Läufer mit einem stattlichen Schäferhund laufen. Es geht erst einmal steil bergab bis zur Merkausener Straße. Diese überqueren wir gut gesichert von Streckenposten und nehmen gleich die erste happige Steigung in Angriff.

Der erste Kilometer ist geschafft. Bisher gibt es nur Asphalt, das wird sich bald ändern. Der Wald nimmt uns auf. Der Weg hat auch gleich ordentlich Morast und schöne Pfützen. Zwei weitere Läufer-Hund-Paare kommen in Sicht. Diesmal sind die Hunde angeleint und laufen nicht frei wie vorhin der Schäferhund.

Kurz vor Km 2 kommt die erste Verpflegung. Und was gibt es? Klar, Glühwein mit und ohne Alkohol. Dazu Wasser. Und weiterhin Pfützen und Matsch. Herrlich, macht Spaß hier zu laufen. Leider macht der Akku in der Kamera schlapp. Kurzer Wechselstopp und weiter gehts.

 
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Wir bleiben im Wald. Trotz des Regens der vergangenen Tage und des Vormittags ist das Geläuf gut zu bewältigen. Die Pfützen und Schlammpassagen halten sich in Grenzen. Dazu bleibt es trocken und ohne Wind. Ein Läufer spricht mich an. Was machst denn Du hier hinten? Er hatte mich weiter vorne vermutet. Ob er mich verwechselt mit einem schnellen Läufer? So ganz langsam bin ich mittlerweile aber nicht mehr unterwegs. An jeder Km-Markierung sehe ich, dass ich trotz Fotostopps und Steigungen unter 6 min/km unterwegs bin. Das reicht. Schließlich will ich Ende April beim Madeira Island Ultra Trail über 115 Km mit 6.800 Hm fit sein und nicht hier und heute Höchstleistung abrufen.

 

Auf der Überholspur


Ich bin dennoch nun permanent auf der Überholspur. Mehrere Abzweigungen im Wald sind gut mit Sägemehl und Flatterband gekennzeichnet. Es gibt Streckenposten und Wegweiser. Ein Verlaufen ist unmöglich.

Das Auf und Ab hält sich eine Weile in Grenzen. Es geht rechts ab für die Nordic Walker, wir bleiben auf der Spur geradeaus. Eine zweite VS offeriert Glühwein. Die Hälfte ist fast geschafft. Ein Blick auf die Uhr bei Km 5 lässt mich auf eine Zeit von weniger als eine Stunde hoffen.

 
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Es geht abwärts. Ich lasse es richtig laufen. Das Höllental hinunter fliege ich. Na ja, ich hab das Gefühl zu fliegen. Ich merke, abwärts bin ich stärker als aufwärts. Der Glühweinlauf zeigt mir gnadenlos auf, wo ich noch Trainingsaufgaben zu bewältigen habe.

Mit einem Knick nach rechts endet die Abwärtspassage und es geht am Waldrand weiter. Links liegen Weiden. Km 7 wird passiert. Nochmal biegen wir rechts ab an einer weiteren Glühweinauftankstation.


Nichtschwimmer aufgepasst


Es gilt eine heikle Passage zu überwinden. Ein reißender Bach mit einer Wasserhöhe von fünf Zentimetern fließt mitten über den Weg. Ich meistere diese Herausforderung und nehme die folgende Steigung in Angriff.

Wir kommen durch Merkausen. Im Ort geht es wieder rechts ab und hinauf zur ersten Verpflegungsstelle. Hier stoßen wir auf den Hinweg, der nun unser Rückweg ist.
Auf bekanntem Waldweg geht es leicht bergauf und dann liegt nur noch ein Km Asphalt vor uns. Abwärts komme ich wieder ins gefühlte Fliegen. Ein zweites Mal überquere ich die Merkausener Straße und nehme die Schlusssteigung zum Ziel in Angriff. 300m vor dem Ziel warnt ein Schild vor einer Alkoholkontrolle. Jaja, auch als Läufer sollte man sich noch verkehrssicher verhalten können.

Aber das Schild ist natürlich nur ein Scherz. Aber wer weiß, bei dem Angebot auf der Strecke hat vielleicht doch so mancher die Grenze des Erlaubten überschritten.
Ich freue mich, den Lauf deutlich unter einer Stunde beendet zu haben und genieße den warmen, alkoholfreien Kinderpunsch. Dieter ist schon im Ziel. Wir holen mit einem Becher Heißgetränk in der Hand unsere Taschen im Untergeschoß der Grundschule ab und gehen zur Dusche in der Sporthalle, direkt am Ziel. Ein Lauf der kurzen Wege. Die warme Dusche spült den Dreck von uns und ist wohltuend.

 
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Derart gestärkt gehen wir ca. 500m zum Parkplatz in der Ortsmitte, legen die Taschen ins Auto und gehen auf den benachbarten Weihnachtsmarkt. Es gilt den Bon aus der Startertüte einzulösen. An der Hütte des VFR Marienhagen herrscht Andrang, der Glühwein kommt offensichtlich an. Auf der Bühne werden bald die Sieger geehrt.

Ein schöner Lauftag ist zu Ende und ich bin sicher, hier war ich nicht zum letzten Mal. Nicht nur das Golddorf Marienhagen/Pergenroth hat getreu dem Motto des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ - 2011 wurde das Dorf mit der Auszeichnung Golddorf beehrt – eine goldene Zukunft, auch der Glühweinlauf hat Zukunft.

 

Fazit

 

Schöner 10er, interessante Strecke, gute Organisation, empfehlenswert

 

Sieger
Frauen

1. Daniela Zoll  43,27
2. Laura Benkenstein  45,21
3. Sandra Hecker  47,46
 

Männer

1. Richard Glatz  36,19
2. Benedikt Nolte  36,29
3. Michael Hilger  36,56

 

 


 
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