Was für ein Rennen von Johanna Hiemer! Die ehemalige Weltklasse-Skibergsteigerin lief beim Endurance Trail des KAT100 by UTMB® auf den starken zweiten Platz. Mit 9:06:53 Stunden sorgte die Österreicherin für eines der heimischen Highlights des Pillerseetaler Trailrunning-Festivals. Drei intensive Trailrunning-Tage, 1.700 Läuferinnen und Läufer aus 55 Nationen und zahlreiche sportliche Geschichten aus aller Welt prägten die siebte Auflage des KAT100 by UTMB®.
Was für ein Rennen von Johanna Hiemer! Die ehemalige Skibergsteigerin und Olympiateilnehmerin raste beim Endurance Trail des KAT100 by UTMB® über 75 Kilometer und 4.100 Höhenmeter auf den hervorragenden zweiten Platz. Nach 9 Stunden, 6 Minuten und 53 Sekunden überquerte die Steirerin als schnellste Österreicherin die Ziellinie. „So schnell bin ich noch nie gelaufen. Das war mein schnellster Traillauf überhaupt“, strahlte Hiemer im Ziel.
Wie stark ihre Leistung einzuordnen ist, zeigt auch der Blick auf das gesamte Feld: Unter den rund 300 Starterinnen und Startern hätte ihre Zeit für den starken neunten Gesamtrang im Overall-Ranking gereicht. Mit einem Schnitt von rund 8,1 Kilometern pro Stunde hielt Hiemer über die gesamte Distanz ein beeindruckend hohes Tempo. Dabei hatte die 31-Jährige vor dem Rennen selbst nicht mit einem Platz auf dem Podium gerechnet: „Da sind so viele starke Damen dabei. Man muss sich nur meine Startnummer anschauen, dann sieht man, dass ich nicht unbedingt zu den Favoritinnen gezählt habe“, lachte die Schladmingerin.
Gestartet wurde der Endurance Trail als zweitlängster der insgesamt sechs Bewerbe des KAT100 by UTMB® kurz vor Mitternacht in Kitzbühel bei besten Rennbedingungen. Hiemer arbeitete sich im Laufe der Nacht immer weiter nach vorne. Im Ziel in Fieberbrunn wurde sie schließlich von Familie und Freunden empfangen – darunter auch Ex-Biathlon- Weltmeisterin Lisa Hauser.
„Am Tristkogel habe ich die Drittplatzierte vor mir gesehen. Da habe ich mir gedacht: Das kann nicht sein. Und dann habe ich so richtig Gas gegeben“, erzählte die ehemalige Weltklasse-Skibergsteigerin.
Am Ende musste sich die Olympia-Sechste im Skibergsteiger-Mixed-Bewerb lediglich Lisa Wimmer aus Deutschland geschlagen geben. Die 34-jährige Münchnerin aus dem Salomon Running Team erreichte das Ziel nach 8:39:33 Stunden. Die Österreicherin sei für sie über weite Strecken stets präsent gewesen und habe damit für zusätzlichen Druck an der Spitze gesorgt, meinte die Siegerin im Ziel. Vor allem bergab spielte Wimmer schließlich ihre Stärke aus und konnte den entscheidenden Vorsprung herauslaufen. Rang drei ging mit Beliana Hilbert ebenfalls an eine deutsche Athletin. Für Hiemer gab es neben dem Podestplatz noch einen weiteren Grund zur Freude: Mit ihrer starken Vorstellung sicherte sie sich auch die Qualifikation für das Finale der UTMB World Series in Chamonix 2027.
Bei den Herren wurde der Endurance Trail zur französischen Angelegenheit. Kurz nach 7.30 Uhr erreichte Hugo Deck nach 7 Stunden und 40 Minuten als Erster das Ziel in Fieberbrunn. Dahinter komplettierten seine Landsmänner Hugo Bernard und Mickael Gasc das rein französische Podium.
Auf der längsten Distanz des KAT100 by UTMB® fiel in der Nacht die Entscheidung bei den Damen: Nach unglaublichen 31 Stunden, 40 Minuten und 10 Sekunden durfte Angelika Hahn aus Deutschland über den Sieg auf der 100-Meilen-Distanz jubeln. Dicht dahinter folgte ihre Landsfrau Nanna Spirgath. „Es ist ein Traum. Nanna und ich haben die meiste Zeit des Rennens gemeinsam gemeistert und eigentlich immer geführt. Ich brauche sicher noch etwas Zeit, um das alles zu realisieren. Die letzten 20 Kilometer waren richtig zäh und hart“, sagte Hahn nach ihrem Zieleinlauf gegen 2 Uhr in der Früh. Den deutschen Dreifacherfolg komplettierte Anna-Lena Kaiser auf Rang drei.
Auf den weiteren Distanzen zeigte sich die große Internationalität des KAT100 by UTMB® mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus insgesamt 55 Nationen. Beim Marathon Trail über 51 Kilometer und 3.250 Höhenmeter teilen sich Suman Kulung aus Nepal und der Italiener Lorenzo Beltrami den Sieg. Auf Rang drei folgte der Spanier Claudio Díaz Castán (4:40:51). Bei den Damen gab es beim drittlängsten Bewerb des KAT100 by UTMB einen weiteren deutschen Erfolg: Celina Jelinek setzte sich vor der Schweizerin Thamar Lang und der Finnin Saila Kaipainen durch.
Auch der Speed Trail über 24 Kilometer und 1.600 Höhenmeter war international stark besetzt: Bei den Herren gewann Paolo Bonanomi aus Italien vor dem Briten Sam Gunning und Aitor Navarro Hita aus Spanien. Bei den Damen siegte Liselotte Farstad aus Norwegen vor der Deutschen Franziska Schmieder und Sarah Löcker aus Österreich, die damit für einen weiteren heimischen Podestplatz sorgte.
Drei intensive Trailrunning-Tage, 1.700 Läuferinnen und Läufer aus 55 Nationen und sportliche Geschichten aus aller Welt: Die siebte Auflage des KAT100 by UTMB® hat einmal mehr gezeigt, welchen Stellenwert die Veranstaltung mittlerweile weit über die Region hinaus besitzt. Anspruchsvolle Trails durch die Kitzbüheler Alpen, ein starkes internationales Feld und zahlreiche heimische Athletinnen und Athleten sorgten dabei ebenso für besondere Momente wie die Stimmung entlang der Strecke und im Ziel in Fieberbrunn.
Auch aus touristischer Sicht zieht Christof Willms, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Pillerseetal, eine positive Bilanz: „Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen aus der ganzen Welt zu uns – aber nicht nur, um beim Rennen zu starten, sondern auch, um die sportliche Herausforderung mit einem Urlaub zu verknüpfen. Im Schnitt bleiben die meisten drei bis vier Tage im Pillerseetal. Viele bringen die ganze Familie mit und kommen immer wieder. Das Event untermauert unsere Positionierung als Trailrunning-Region perfekt.“
Besonders beeindruckt zeigte sich Willms von der internationalen Zusammensetzung des Starterfeldes: „Die Internationalität ist in diesem Jahr gewaltig – allein, wenn man sich die Ergebnisse anschaut. Gleichzeitig sorgen unsere starken Locals für einen besonderen Mix. Genau diese Verbindung macht den KAT100 aus und darauf sind wir sehr stolz. Ein großes Danke gilt dem gesamten Team, das auch heuer wieder Sensationelles geleistet hat.“
| 10.08.19 | Challenge in pink |
Bernie Manhard |
