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10.04.11 - Obermain-Marathon

Frühlingsläufchen am Obermain

Staffelberg

 

 
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Der Staffelberg ist von hier aus nur als Hügel erkennbar, der es aber in sich hat. „Lauft langsam in die Steigung hinein“, so Martins Ratschlag. Dann stehen wir sprichwörtlich am Berg. Denn: Der Fahrweg ist mordssteil, den kann man fast nicht belaufen. Na ja, auf vielleicht 200 bis 300 Meter 50 Höhenmeter. Wer langsam macht, der kann hochlaufen.

Irgendwie komme ich dann doch hoch und sehe die Adelgundiskapelle, die in der jetzigen Form 1653 auf den Ruinen einer älteren Kirche errichtet wurde und auch von Pilgern das Ziel war. Der 539 Meter hohe Staffelberg wurde bereits im 4. Jahrtausend vor Christus besiedelt. Ausgrabungen weisen darauf hin, dass hier von den Kelten die Stadt Menosgada errichtet wurde. Wir sind jetzt knapp 300 Höhenmeter oberhalb des Maintales.

Oben drehen wir eine Plateaurunde mit rund 500 Metern. Hinter der Kirche hocken zahlreiche Besucher und Pilger bei Bier und Brotzeit. Einige prosten mir zu. Das nächste Mal greife ich da zu. Unser Blick geht an den Kanten des Berges weit in den Thüringer Wald und Rhön hinein oder entlang des Maintales fast bis Bamberg. Doch wir müssen uns auf den Boden konzentrieren, denn auf der zu belaufenden Plateaurunde mit rund 500 Meter können uns Unebenheiten und hervorstehende Steine den Fuß legen. Dieter Ehrenberger sehe ich am Fotografieren und zwei weitere Läufer sind an ein Kreuz gegangen. Eine V-Stelle ist oben auch eingerichtet.

Nachdem der Staffelberg der Berg der Franken ist, zitiere ich hier eine Strophe des Frankenliedes. Und das hat auch eine Beziehung zu unserem heutigen Lauf:

Wallfahrer ziehen durch das Tal
mit fliegenden Standarten.
Hell grüßt ihr doppelter Choral
den weiten Gottesgarten.
Wie gerne wär' ich mitgewallt,
ihr Pfarr‘ wollt mich nicht haben!
So muss ich seitwärts durch den Wald
als räudig Schäflein traben,
valeri, valera, valeri, valera,
als räudig Schäflein traben.

Jetzt geht es für uns Wallfahrer den gleichen Weg zurück, zu Beginn noch steil bergab, später lasse ich es auf dem welligen Weg rollen. Unterhalb des Staffelberges ist Halbzeit. Martins Gruppe ist mir bereits 200 Metern voraus. Jetzt kann ich wieder nachspringen. An der V-Stelle (zwei, drei Kilometer weiter) habe ich endlich aufgeschlossen.

 

Im Gossental

 

 
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Etwa bei Kilometer 25 biegen wir in das Gossental ab. Die gefällige Strecke gibt uns die hart erarbeiteten Höhenmeter zurück. „Uns fehlt noch eine Minute“, stellt Martin beim Blick auf seine Uhr fest. „Das holen wir locker ein.“

Uetzing, Stublang, Loffeld und Horsdorf sind die nächsten kleinen Orte, die wir durchlaufen. Wiederholt kommt mir der Martin vor die Linse. „Jetzt muss ich wieder den Bauch einziehen“, stellt er fest und hält die Luft an. Na ja, einen Ranzen wird der nicht haben, der sich heuer mit seinem Laufkumpel Karl Ziegelmeier den Spartathlon antun will. Und wenn ein paar Fettzellen da sind, auf den langen Kanten werden die auch gebraucht. Kurz nach Kilometerschild 30 sitzt ein älterer Fan an einer Trommel und treibt uns weiter.

Vor Eichelsee unterqueren wir die B173 und es schließt sich einer der wenigen Gegenanstiege an. In Unterzettlitz (Kilometer 36) sitzt eine Oma mit Tochter im Blumengarten vor ihrem Austragshaus. Beide lachen, als ich sie vor die Linse nehme. „Muss ich mir um dich Sorgen machen“, frägt Martin, als mir das Cola lautstark aufstößt und ich nicht gegensteuern kann. „Der Überdruck ist schuld!“ so meine Entschuldigung.

Durch die Auwaldsiedlung führt unser Weg weiter. Kurzzeitig laufen wir parallel zur Eisenbahn. Ein Vergleich mit Biel auf den letzten Kilometern ist angebracht. Mittlerweile haben wir uns auf vier Stunden einen Vorsprung von ein paar Minuten herausgelaufen. Bodo ist seit einigen Kilometern nicht mehr zu sehen.

 

Genuss bis ins Ziel

 

 
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Eine Fichtennadel macht dann dem Luftballon von Martin den Garaus. Ein kurzes pfft und die Luft ist draus. Nicht bei uns, denn der Riedsee, der Kurpark, die schönen Mädels der Verkehrskadetten und der Zieleinlauf im Stadion sorgen für das Running High am heutigen sonnigen Sonntag.

Im Ziel muss ich dann nur noch den Zeitmesschip an einer Schnur hinter mir her ziehen, damit auch mein Zieleinlauf protokolliert wird. Die Medaille wird mir umgehängt. Für das Erinnerungsbild muss dann der Martin herhalten. Mit dem Markus sitze ich dann bei Bier auf einer Bierbank. Lang hat’s gedauert, bis ich meinen Trank auf Hopfenbasis erhalte. „Alte Säuferbande“, hat ein Reporterkollege beim Anschauen der Bilder zutreffend festgestellt.

 

Zielimpressionen

 

 
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Ja, die Sache mit dem Frühlingsläufchen ist so einfach nicht. Als ich diesen Bericht schreibe, maulen die Oberschenkel noch gehörig vom Berghinunterlaufen. Aber schee is er scho, der Lauf im Gottesgarten bei familiärer Atmosphäre. Der Karl-Heinz Drossel lädt heute schon ein für den 15.04.2012.
Zusammenfassung:

Sieger Männer:
1. Uwe Bäuerlein TSV 1860 Staffelstein 02:44:42
2. Harald Schricker SGB Stadtsteinach 02:52:07
3. Andreas Grau DAV-Bad Kissingen 02:54:23
4. Thomas Heid RSG Lauf 02:57:39
5. Thomas Rink Ski-Club Lauf 02:57:44.

Sieger Frauen:
1. Stephanie Lieb Team Brose 03:28:16
2. Silke Konold LT Herbrechtingen 03:29:31
3. Ingrid Schwenzer-Müller SV Bamberg 03:36:09
4. Petra Neumann ESV Lok Zwickau 03:44:04
5. Brigitte Bärnreuther FSV Großenseebach 03:44:15


331Finisher Marathon.

 

Streckenbeschreibung:
Landschaftsmarathon rund 700 Höhenmetern. Zwei lange Anstiege (Kloster Banz und auf die Hochfläche), ein kleinerer auf den Staffelberg. Zweite Marathonhälfte bei defensiver Renneinteilung problemlos schneller zu laufen als die erste Hälfte.

Rahmenprogramm:
Kleine Sportausstellung. Preiswerte Verpflegung bei der Siegerehrung.

Auszeichnung:
Medaille, Funktionsshirt, gefüllter Bierhumpen, Urkunde aus dem Internet. Gratiseintritt in die Obermain-Therme.

Logistik:
Parkplätze in unmittelbarer Nähe sind genügend vorhanden. Bahnhof in Gehweite.

Verpflegung:
Im Abstand von drei bis vier Kilometer mit Leitungs-, Mineralwasser, Iso, Tee, Cola, Riegel, Obst.

Zuschauer:
Aufgrund der Strecke nur in den Ortschaften und bei den V-Stellen vorhanden. Am Zielgelände und im Kurpark viele Zuschauer.

Es bleibt nur eine angenehme Erinnerung, wobei die familiäre Stimmung, die gute Ausschilderung und die perfekte Organisation heraussticht. Die Strecke rund um Bad Staffelstein bietet Genuss für das Auge und den Geist.

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