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25.07.09 - Swissalpine

„Im Schweiße Deines Angesichts ...“

Dann kommt die Engstelle aus dem Vorjahr, wo sich die Läufer bis zu zehn Minuten und mehr gestaut haben. In der Medienkonferenz wurde berichtet, dass hier verbessert wurde. Und so ist es. Man kann zumindest zu zweit nebeneinander laufen. So geht es zwar zähflüssig, aber ohne Rückstau ab. Und nach wenigen Minuten liegt das hinter uns.

Spina

 
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Spina (1587 Meter), da werden wir mit Kuhglockengeschepper erwartet. „Spina grüsst Euch“, lese ich auf einem Transparent. Es wird verpflegt und schon haben wir den Ort wieder hinter uns. Die nächsten Kilometer steigen Richtung Rotschtobel (1700 Meter) an.

Monstein/Schmelzboden

 
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Später verlassen wir den Wald und sehen eines der berühmten Ansichten des Swiss Alpine. Der Kirchturm von Monstein lugt um eine Bergkante herum. Wir tangieren das Gotteshaus, das 1896 außerhalb des Dorfes erbaut wurde. Im Ort könnten wir einkehren und Monsteiner Bier aus der höchstgelegenen Brauerei Europas genießen. Ich genehmige mir ein Stück Banane am Futtertrog.

Hier ist die nächste Änderung der Streckenführung. Jetzt laufen wir auf der Hauptstrasse Richtung Talboden. Mit entsprechendem Speed, bevor wir nach links abbiegen. Durch die Änderung wurde das gefährliche Gefälle und die Treppen kurz vor Schmelzboden beseitigt. Ich glaube, dass dadurch der Kurs etwas schneller wird.

Ab Schmelzboden (1340 Meter) beginnt ein idyllisches Stück. Es geht für ein paar Kilometer durch die Zügenschlucht. Leider fängt es wieder zu regnen an. Neben uns tost das Wasser der Landwasser. An einer Stelle sind die Reste einer Lawine zu sehen. Ein Verkehrsschild besagt Steinschlag und verbietet das Rasten. Einige Tunnel sind mit Baustellenlampen spärlich beleuchtet.

Dann merke ich, dass meine Kamera spinnt. Ich wechsle die Batterien und hoffe, dass dies die Ursache ist. Es geht auf Wiesen zu. Unterhalb unserer Laufstrecke sehe ich einen Zug auf einem Ausweichgleis stehen. Ich hantiere mit meiner Kamera weiter herum und bringe sie nicht zum Funktionieren. Ich fluche. Wir laufen in den Bahnhof hinein. Noch Mal mit dem Foto probieren. Shit, sie will nicht. Und ein Zug wartet auf die Abfahrt.

Wir müssen hier die Gleise überqueren. Die Schranken sind unten, doch einige Läufer drücken sich unten durch. Dann sperren zwei Helfer endgültig die Strecke und die Lok fährt auf Handzeichen aus dem Bahnhof. Ich verliere vielleicht zwei Minuten.

Dann geht es aufs Wiesner Viadukt, ein erstes Highlight des Swiss Alpine. Die größte Steinbrücke der Rhätischen Bahn hat eine Spannweite von 55 Meter sowie insgesamt sechs Nebenbögen von je 20 Meter Spannweite. Als ich auf die Gitterroste laufe, überholt mich die nächste Bahn. Zahlreiche Bahnfahrer und Teilnehmer am K42 schauen heraus und applaudieren.

Kilometer 30, Filisur (1032 Meter): Der tiefste Punkt des K78, ab jetzt geht es rund 20 Kilometer immer bergauf. Keine schöne Vorstellung, aber wenn man die Landschaft kennt, lässt man sich davon kaum beeinflussen.

In Filisur sind schöne Häuser im Engadiner Baustil zu sehen. Hier sind die Streckentrennung des C42, sowie das Ziel des K31. Wir werden in der Ortsmitte wieder angekündigt. Es wird auch die Zeit gestoppt. Mein Plan passt. Ich habe mir bis hier drei Stunden zurechtgelegt und nach dem Zeiteisen an der Moderatorenbude bin ich 30 Sekunden im Plus. Reichlich Verpflegen und Trinken, und dann geht es weiter.

Wir biegen hier in das Albulatal ein, das uns die nächsten Kilometer begleitet. Zunächst ist die Steigung bis zur V-Stelle Bellaluna moderat. Hier wurden seit 1565 Hochöfen der Eisen- und Zinkverarbeitung betrieben. Wie mühselig das für die Arbeiter seinerzeit war, kann man sich nur schwer vorstellen. Reste des Knappen- und Direktionshauses sind noch zu sehen.

Die nächste Änderung in der Streckenführung: Es wird gleich auf die Hauptstrasse eingebogen. Der frühere steile Anstieg auf engem Weg durch den Wald entfällt. So kann auf der Albulastrasse entsprechend flott gelaufen werden. Wer noch kann. Da ich mich nicht mehr mit Fotografieren aufhalten kann, laufe ich die Steigung ohne Gehpause hoch nach Bergün. So kann ich Daniel ein- und überholen und ihm noch eine Bitte mit auf seinen Weg geben: „Schiess für mich ein paar Bilder mit.“

Am Ortseingang von Bergün (rätoromanisch Bravougn) kann die Wechselkleidung aufgenommen werden. Ein kurzzeitiger Laufbegleiter verabschiedet sich nach rechts. In Bergün soll noch jeder Vierte Rätoromanisch verstehen. Sehenswert sind hier das Gemeindehaus und der Platzturm La Tour (aus dem 12. Jahrhundert) im Dorfzentrum. Im Zentrum herrscht eine Bombenstimmung. Viele Zuschauer und Betreuer sind mit der Bahn gekommen. Grund hierfür ist auch der Start des K42 um 11.30 Uhr. Die sind also seit rund 20 Minuten unterwegs. Es wird also nicht lange dauern, bis ich auf das Ende des Feldes auflaufe.

Am Ortsende unterqueren wir die Eisenbahnlinie und laufen dann in das Val Tours hinein. Knapp 1300 Höhenmeter bis zur Keschhütte. Das wechselhafte Wetter bessert sich langsam. Oben soll es sechs Grad haben, habe ich in Bergün vernommen.

Dann gibt es erste Überholmanöver, das Ende des K42. Darunter fällt mir ein Bekannter auf. Mit Lederhose, wahrscheinlich schon in den letzten 23 Jahren, ist Pius App auf der Strecke. Der Hotelier von der Schatzalp gehört wohl schon zum Inventar des Swiss Alpine. Ich richte ihm einen Gruß von Klaus aus. Er wünscht mir alles Gute.

 

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