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25.08.12 - Linzer Bergmarathon

Über Stock und über Steine

Es ist 14h35. Als ich mich verköstige, sind u.a. Roman, Vroni, Franz und Günther wieder da. Irgendwo hier haben wir einen Marathon absolviert. Die dritten der Staffel sind hier gestartet und hatten 10km vor sich. 

Durch die Pöstlingbergfestung, die Anfang des 19. Jahrhunderts als Hauptbauwerk eines Befestigungsrings rund um Linz auf Initiative von Erzherzog Maximilian entstand, geht es weiter. Über dreißig Pulvertürme wurden damals erbaut. Viele davon stehen noch, sind im Privatbesitz und zu Wohnhäusern umgebaut. Mit meterdicken Wänden wírd es da drinnen auch im Sommer nicht heiß.
In einem Turm ist eine Grottenbahn untergebracht, eine unterirdische Märchenwelt mit Drachenbahn für Kinder. Ein Zwergerl zeigt uns, wie man hinkommt.

Ein anderer Turm ist heute die Bergstation der Bergbahn, steilste Adhäsionsbahn der Welt auf längeren Strecken mit 10,5% Steigung.  Vor 3 Jahren zum 111-jährigen Bestehen nach einer gründlichen Renovierung, beispielsweise Änderung der Spurweite, wurde sie nach gut einem Jahr wieder in Betrieb genommen. Alte Zugwagen wurden um ein Heidengeld technisch auf den aktuellen Stand gebracht und können heute wieder fahren.

 
© trailrunning.de 27 Bilder

Der Weg runter führt uns zum Teil direkt an den Schienen entlang. Nach 4km sind wir an der Donau, die wir auf der Nibelungenbrücke überqueren. Zum Ziel wäre es nun gar nicht mehr weit, ein Berg fehlt uns aber noch.

Am rechten Donauufer laufen wir 2km Richtung Passau, auf recht holprigem Pflaster, bis wir vom Treppelweg rauf auf den Gehsteig dürfen. Von Streckenposten mit Signaljacken geleitet überqueren wir die Donautalstraße. In Linz-St.Margarethen beginnt der Kreuzweg, Treppe um Treppe. Bei der Kirche sind die Treppen zu Ende,  auf ausgewaschenen Wegen geht es weiter. Roman gesellt sich zu mir. Meine hintere Oberschenkelmuskulatur ist gut spürbar. Ich komme etwas ins Rutschen. Festhalten an den Bäumen kann ich mich nicht. In der rechten Hand halte ich den Fotoapparat, links die Wasserflasche. An der ersten Aussichtplattform schieße ich zwei Bilder. Bei Sonnenschein ist der Ausblick erstklassig, aber es ist bewölkt. Ist auch besser so, die Fotos leiden allerdings darunter.

Endlich bin ich oben an der Franz-Josefs-Warte, erbaut zum Andenken an Kaiser Franz Josef 1888 anlässlich seines 40-jährigen Thronjubiläums. Es ist die letzte Kontrollstelle, 400m ü.d.M. Heute gibt es beim Eingang schon zu essen und zu trinken, nicht erst oben wie die Jahre zuvor. Rauf muss man aber für das Beweisfoto. Der Ausblick ist es wert!

Als ich mit Franz runterkomme, habe ich wieder etwas Wasser in der Flasche, Radler gibt es auch. Sogar Sekt könnte ich haben. Ich nehme den letzten Abschnitt in Angriff.

Schnell werden die erklommenen Höhenmeter runter gelaufen. Ein paar tolle Häuser stehen hier. Kurz bevor wir zum Schloss kämen, stürzen wir uns in den „Tiefen Graben“.

Hier kommt tatsächlich erstmals die Sonne durch, ich kann meinen Schatten vor mir sehen. Hier warte ich auf meine Freunde für ein Foto, bald sind sie da. Ich will unter 7 Stunden ins Ziel und das sollte sich ausgehen. Am Landestheater vorbei über die Promenade bei Sonne(!) auf die belebte Landstraße. Von da und dort bekommen wir Applaus. Viele bekommen gar nicht mit, was da passiert. Hier ein Foto, da ein Foto und meine Freunde sind auf und davon.

100m vorm Sport Eybl eine für uns Läufer gesperrte Spur, ich biege ums Eck und finde ein Spalier aus bunte Säulen vor mir, laute Beats aus den Lautsprechern und Sieglinde und Monika, deren Ehemänner vor einer halben Minute hier vorbei gekommen sind.

 
© trailrunning.de 33 Bilder

Den Anstieg in den fünften Stock finde ich richtig lässig, eine tolle Vorfreude macht sich in mir breit und ich bin so richtig zufrieden, als ich durch den Zielbogen eile und lautstark begrüßt werde. Von Evi und Philip und Freunden und Leuten, die mich gar nicht kennen. Alle freuen sich mit mir, ich habe 6h 49min gebraucht und meine Zeit von 2008 um 16min verbessert. Und damals habe ich unterwegs keine Fotos gemacht.

Die Zeit des Siegers: höchst respektable 4h 06min.

Die „Sprint“-Läufer bekommen eine Erinnerungsmedaille. Bei der abendlichen Schlussfeier im „JOSEF“ bekommen die Finisher keine Erinnerungsmedaille, sondern eine Erinnerungsplakette in einem Pflasterstein. Meiner wiegt 1,4 kg! So eine Trophäe gibt es auch pro Staffel, die Urkunden zum Ausdrucken auf der homepage. Dazu jede Menge Profi-Fotos zum gratis (!!!) Runterladen!

Gratulation an das Organisationsteam – sehr gut gemacht!

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Informationen: Linzer Bergmarathon
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