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10.11.13 - Steinhart 500

Wir holen Euch wieder von der Straße

Schnell ist der Augenblick verflogen. Der Bagnosee liegt jetzt zu unserer Linken. Wir folgen der Einführungsrunde in entgegengesetzter Richtung bis zu einem kurzen egegnungsstück. Eine Schneise ermöglicht einen weiteren Blick auf das Steinfurter Wasserschloß, bevor wir in einem Bogen zum Beginn der Verbindungsallee weiterlaufen. Hier erwarten mich Anne, Silke und Nikita schon wieder. Im Gegensatz zur Läuferschar nutzten sie den direkten Weg Richtung Ziel. Durch die Streckenführung ist es halt möglich, häufig von den eigenen Fans unterstützt zu werden. Das motiviert und die nächste Runde wird ohne zu zögern angegangen. Gleich wird es ruhiger auf der Strecke. Kein Wunder, haben doch mehr als die Hälfte der Teilnehmer den Lauf bereits nach 16 Kilometern beendet. Da ist es umso schöner, daß es mir derzeit nicht an Unterhaltung mangelt. Auch auf den nächsten Kilometern begleitet mich Birgit noch.

 
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Zurück in Borghorst wird für uns die Halbmarathonzeit genommen. Knapp unter zwei Stunden. Da bin ich doch voll im Soll. Genau mein Tempo. Nur leider nicht ganz das von Birgit, die deshalb kurz vor der stärksten Steigung einen Gang runter schaltet. Ich kann da nur den Hut ziehen, wenn man seine Kräfte richtig einschätzen kann. Mir selbst gelingt dies nicht immer, aber heute zumindest. Auch wenn ich den zweiten Anstieg zum Buchenberg schon deutlicher spüre. Immerhin sind bereits über 22 KM zurückgelegt. Die Anzahl meiner unmittelbaren Mitstreiter ist bereits jetzt sehr überschaubar.

Bei KM 26 laufe ich zu Detlef auf. Aufgefallen war er mir schon am Start, nur zuordnen konnte ich ihn noch nicht. Doch jetzt fällt es mir ein, wir waren zusammen bei der Georgsmarienhütter Null unterwegs. Da ist ein gemütliches Plaudern für den nächsten Streckenabschnitt gesichert. Auch andere lassen es gemächlich angehen. Die Skulpturen vor der Konzerthalle, der Bagnosee und die Allee kurz vor Ende der Runde laden einfach zum Verschnaufen ein.

Am Wendepunkt beim Wasserschloss lasse ich mich nicht ins Ziel leiten. Ich möchte heute das ganze Vergnügen und mache mich lieber unter dem Jubel meines Fanclubs auf die finale Runde. Bereits wenige Meter weiter lasse ich Detlef hinter mir. Ich versuche, mein Tempo zu halten. Vielleicht ist noch eine Zeit sub 4 Stunden möglich. Dafür bin ich jetzt ziemlich allein auf der Strecke unterwegs. Zeit, den rotgoldenen Herbstwald noch einmal zu genießen.

An der nächsten Verpflegungsstelle kommen mir die Helfer bereits entgegen, sie freuen sich über etwas Abwechslung. Auf der langen Geraden bei KM 31 sind in der Ferne noch Läufer auszumachen. Motivation genug, noch ein paar Körner zu investieren, um mich langsam nach vorne zu arbeiten. Kurz vor dem Begegnungsstück schnell noch überholen. Jetzt nur nicht verkrampfen, wie es die Strichmännchen auf dem DIXI-Klo vormachen. Lieber an der L510 noch einmal stärken für den letzten Abstecher nach Borghorst. Nach vorne ist gerade gähnende Leere angesagt. In der Ferne ertönt die Tröte und kündet vom Ansporn für einen Teilnehmer kurz vor mir. Das Hören ersetzt hier die durch kleinere Kurven behinderte Sicht.

 
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Und richtig, am Ortsrand von Borghorst bei KM 34 ist wieder ein Platz gut gemacht. Jetzt nur nicht schlappmachen, denn bekanntlich kann es auch sehr schnell wieder in die andere Richtung gehen. An der Linkskurve zurück zum Buchenberg deshalb schnell Energie tanken mit der gereichten Bergcola. Bevor ich die stärkste Steigung des Laufes ein letztes Mal in Angriff nehme, genieße ich noch einmal den Blick nach links. Die Sonne erhellt die Felder und aus der Ferne grüßt der Turm der Nikomedeskirche. Lange Zeit konnte man dort noch ein von Kaiser Heinrich III. im 11. Jahrhundert gestiftetes Reliquienkreuz bewundern. Doch drei dreiste Diebe machten dieser Möglichkeit vor ein paar Wochen ein Ende, als sie am hellichten Tag diese bedeutende Goldschmiedearbeit aus ottonischer Zeit entwendeten.

Kaum zu Ende gedacht, tauche ich wieder in den Wald ein. Jetzt gilt die Aufmerksamkeit zum letzten Mal dem Aufstieg zum Buchenberg. Deutlich mühsamer ist er als in den Runden zuvor. Ja, die Bezeichnung Berg ist schon berechtigt. Da kann ich gut nachzuvollziehen, weshalb Christoph Ludwig Hoffmann seine Erfindung, den optischen Telegraphen, hier ausprobiert hat. Hoffmann, im Hauptberuf Mediziner und Professor an der hohen Schule zu Steinfurt, hat halt den höchsten Punkt der Umgebung gesucht und hier gefunden. Heute wäre der Buchenberg für seine Zwecke wohl nicht mehr erste Wahl, denn, wie sein Name schon sagt, ist er dicht mit  Buchen bewachsen.

So abgelenkt ist der kurze knackige Anstieg schnell bewältigt. Jetzt geht es bis zum Ziel fast nur noch bergab. Da heißt es einfach rollen lassen. Das Ankommen ist jetzt selbstverständlich. Eine letzte Cola an der Verpflegungsstelle an der L510 puscht zusätzlich. Auf dem anschließenden Begegnungsstück kommen mir immer noch Läufer entgegen. Auch HaWe, von dem ich mich nach Austausch einiger Nettigkeiten für diesmal verabschiede.

 
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Ein letztes Mal vorbei an der Konzertgalerie. Der Vorplatz eignet sich hervorragend, meine Position einzuschätzen. Während ich nach vorne vielleicht noch einige Plätze gut machen kann, droht von hinten keine Gefahr, überholt zu werden. Entsprechend motiviert geht es auf die letzten 2,5 KM. Die Helfer an der Strecke feuern immer noch tapfer und engagiert an. Respekt, bei diesen kühlen Temperaturen. Und natürlich Dank, denn so kann ich mich tatsächlich noch um ein paar Plätze nach vorne schieben.

Im Zieleinlauf werde ich bereits von meinem privaten Fanclub erwartet. Schnell noch ein paar Fotos gemacht. Hätte ich nicht tun sollen, denn mein Sohn Nikita nutzt die Gelegenheit, zieht mich mit einem Zielsprint ab und verdient sich so einen eigenen Ziegelstein. Fast schade, daß der Lauf beendet ist, denn unter diesen Bedingungen würde man gerne weiterlaufen. Gut, dass es im nächsten Jahr auch einen Ultra geben wird. Man läuft eine Runde weiter kommt dann auf 55 km.


Ergebnisse:
Männer:
1. Marco Vet, 2:57:45
2. Peter Kaminsky, 3:04:34
3. Frederic Fender, 3:20:41
Frauen:
1. Jela Esselmann, 3:24:20
2. Petra Szöppler, 3:25:54
3. Rita Nowottny-Hupka, 3:26:35

 

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