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01.08.15 - Walser Trail Challenge

Ein neuer Trail-Stern geht auf

Die Strecke ist gut markiert, doch die schönsten Pfeile und Bänder können nicht verhindern, dass man sie in eine unaufmerksamen Moment einfach übersieht und in die falsche Richtung steigt. Das passiert mir sonst selten, doch hier merke ich nicht, dass unsere Route nun auf einen blau-weiß markierten alpinen Steig führt. Ich folge dagegen dem breiten, rot-weiß markierten Weg hinauf. Zum Glück weist mich Elke, der ich auf diesem Abschnitt immer wieder begegne, auf meinen Irrtum hin. Nur 200 m verloren. Anfangs steigen wir auf Geröll ein Kar hinauf. Dann folgen einige mit Drahtseilen gesicherte, etwas ausgesetztere Stellen, die ich aber als leichter empfinde, als vorhin den rutschigen Kalk. Knapp unterhalb des Gipfel des Hohen Ifen führt unser Trail dann wieder steil hinab. Noch immer zeigt der Panoramablick nur grau, grau und wieder grau. 

Jetzt wird es rutschig. Richtig rutschig! Die perfekte Droge für einen bekennenden Schlamm-Fan wie mich. Keine Ahnung, wie schnell die guten Läufer hier hinab rasen, als normalee Läufer muss man hier auf jeden Fall gut aufpassen. Aber welch ein Spaß! Garniert wird dieses Abenteuer durch weitere Klettereien am Seil, dieses Mal abwärts. Ich höre den Einwand mancher Leser, was dies noch mit Laufen zu tun hat. Aber eigentlich ist es nicht besonders schlimm und die gut laufbaren Abschnitte dominieren heute. 

 
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Es folgen noch ein paar amüsante Schlamm-Rutschereien. Mich erwischt es ausgerechnet nicht an einer steilen Stelle, sondern auf einem absolut flachen Abschnitt. Mit dem Rucksack nach unten liege ich mitten im Schmodder. Von Kopf bis Fuß ordentlich eingesaut laufe ich weiter. Elke muss gleich ein Foto machen.

Ein Schild zeigt an, dass es noch 50 km bis zum Ziel sind. Das bedeutet, dass ich für die ersten 15 km 4:15 gebraucht habe, aufgrund der Streckenverhältnisse ein sehr langsamer Kilometerschnitt. Ab der Zollhütte wird die Strecke aber deutlich leichter. 

Der Film heißt weiterhin „Kühe im Nebel“. Kurze Zeit geht es noch auf und ab. Ab der Schwarzwasser Hütte (1620 m) kann man dann 3,5 km weit ordentlich Gas geben, was den bisher mageren Kilometerschnitt verbessert. Ab der Melköde (1346 m) laufe ich auf einem recht langweiligen, breiten Weg hinab, dann folgt ein kurzer Aufstieg zum Gasthaus Auenhütte (1273 m), wo die Verpflegungsstelle und die erste Cut Off Zeit ist. Zum Glück weiß ich, dass die im Roadbook angegebenen Zeiten heute nicht stimmen, ich also nicht zu spät bin.

Etwas essen, mit den sehr netten Helfern plaudern, dann laufe ich ein paar hundert Meter die Straße hinab, bis der nächste Aufstieg beginnt. Ich fühle mich sehr gut. Kein Zweifel, dass ich bei der nächsten VP mehr Abstand zum Schluss haben werde. 

 
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Wenig spektakulär geht es an der unteren und oberen Walmendinger Alpe vorbei bergauf. Der Wetterbericht hat sich geirrt. Noch immer sehe ich fast nur Nebel um mich herum! Auch die bei Sonnenschein herrliche Aussicht von Walmendinger Horn, wo wir auf ca. 1880 m knapp unterhalb der Gondelbahn Station ankommen, zeige ich Euch an Ende des Berichts.

Vor einigen Jahren wollte die Gemeindeverwaltung eine neue Verbindungsbahn zwischen Ifen und Walmendinger Horn bauen lassen, um durch eine Zusammenlegung der beiden Skigebiete den Abwärtstrend im Tourismus zu bremsen. Doch eine Volksabstimmung verhinderte dieses Projekt.

Ein paar hundert Meter laufe ich nun auf einem breiten, von vielen Spaziergängern genutzten Weg bergab. Zum Glück kann ich bald wieder auf einen einsamen Trail abbiegen. Nach insgesamt etwa 200 Hm Abstieg geht es erneut steil bergauf. Erst steige ich entlang einer Bergflanke, dann an einem Grat entlang. Ab und zu schimmert nun ein wenig Aussicht durch den Nebel, doch als ich auf 1995 knapp unterhalb des Grünhorn Gipfel links abbiege, sehe ich rings herum mal wieder nur Grau.

So steil wie es eben noch bergauf ging, laufe ich nun wieder hinab. Ein Schild warnt zu Recht vor einer Gefahrenstelle. Für die nächsten paar hundert Meter sollte man trittsicher und schwindelfrei sein. Ein schmaler, manchmal auch etwas rutschiger Pfad führt über einen sehr scharfen Grat. Direkt neben unseren Füßen geht es manchmal auf beiden Seiten sehr steil und weit in die Tiefe. Hier darf man nicht ausrutschen oder stolpern. Vielleicht ist es ganz gut, dass ich im Nebel nicht immer sehe, wie tief der Abgrund ist.

 
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Bald darauf folgt ein besser laufbarer Trail. Endlich dringt die Sonne zu mir durch und ich sehe die Berge um mich herum. Ich weiß, dass ich mich nun sehr beeilen muss, denn die heute gültige Cut Off Zeit beträgt in Baad 15 Uhr. Zum Glück eignet sich der Abstieg von der Starzelalpe hinab nach Baad gut für einen sehr schnellen Abwärts-Sprint und ich bolze diese 500 Höhenmeter abwärts. Eigentlich bin ich der Überzeugung, seit der letzten Verpflegungsstelle nicht langsamer gelaufen zu sein als sonst, abgesehen von dem kurzen Abschnitt auf dem Grat. Daher irritiert es mich sehr, dass jetzt die Zeit knapp wird.

Jeder Blick auf die Uhr sagt: Schneller! Ich renne, den letzten, asphaltierten Abschnitt rase ich bergab, werde unten von Leuten nach rechts gewiesen, wo vor der Brücke über die Breitach die Zeitmessmatte liegt. 14:56 Uhr! Knapp, sehr knapp! Schade, die netten Leute hinter mir schaffen es wohl nicht mehr. Der Schlussläufer ist aber schon unterwegs und so halte ich mich nicht lange mit Essen auf.

Im Winter ist der Wanderweg zwischen Baad und der Bergunthütte hervorragend präpariert und zum Lauftraining ideal geeignet, ebenso wie der Panoramaweg von Hirschegg nach Baad, den ich ebenfalls schon im Schnee gelaufen bin. Heute können wir aber die Variante entlang des Baches nehmen.

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