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Todesfälle beim Marathon: Riskanter Zielsprint

Bereich: Gesundheit

Quelle: Red. M4Y/KI
13.07.26

US-Großstudie im Fachmagazin JAMA analysiert 29,3 Millionen Zieleinläufe - Sterberate bei extremen Ausdauerbelastungen hat sich im Vergleich zum Vorjahrzehnt halbiert - Kardiologen warnen: 93 Prozent der Betroffenen sind Männer; Endspurt ist die größte Gefahrenzone

Das Risiko, bei einem Marathon oder Halbmarathon einen plötzlichen Herztod zu erleiden, ist extrem gering – und die Überlebenschancen nach einem Herzstillstand auf der Strecke sind so hoch wie nie zuvor. Das ist das zentrale Ergebnis einer umfassenden US-amerikanischen Datenanalyse, die im renommierten Fachmagazin JAMA veröffentlicht wurde.

Das Forscherteam um den Kardiologen Dr. Jonathan Kim wertete dafür die Daten des Race Associated Cardiac Event Registry (RACER) aus den Jahren 2010 bis 2023 aus.

 

Die Zahlen im Detail

 

Die Wissenschaftler analysierten die Daten von insgesamt 29,3 Millionen Zieleinläufen bei Marathon- und Halbmarathon-Veranstaltungen. Im Untersuchungszeitraum von 14 Jahren registrierten die Forscher insgesamt 176 Herzstillstände. 59 dieser Vorfälle verliefen tödlich. Statistisch entspricht dies einer Quote von einem Todesfall pro 500.000 Läufer.

 

Halbierung der Sterberate
dank funktionierender Notfallketten

 

Die positivste Nachricht der Studie: Während die Gesamtzahl der Herzstillstände pro 100.000 Läufer im Vergleich zum vorherigen Jahrzehnt (2000–2009) stabil geblieben ist, hat sich die Sterberate halbiert. Sie sank von 0,39 auf 0,19 Todesfälle pro 100.000 Teilnehmer. Rund zwei Drittel (66 Prozent) der Betroffenen überlebten den medizinischen Notfall.

Die Studienautoren führen diesen Erfolg auf die drastisch verbesserte medizinische Infrastruktur bei großen Laufveranstaltungen zurück. Die sofortige Herzdruckmassage durch geschulte Ersthelfer an der Strecke und der flächendeckende Einsatz automatischer externer Defibrillatoren (AEDs) retten nachweislich Leben.

 

 
 
Geniessen statt spurten ...
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Männer und der Zielsprint als Hauptrisikofaktoren

 

Die Analyse zeigt zudem klare demografische und verhaltensbiologische Risikomuster. Mit 93 Prozent betrifft der plötzliche Herzstillstand beim Laufen fast ausschließlich Männer. Das Durchschnittsalter der Betroffenen lag bei knapp 50 Jahren.

Zudem warnt die Studie vor der sogenannten „Gefahrenzone Endspurt“: Ein Großteil der kardialen Zwischenfälle ereignet sich auf dem letzten Kilometer oder unmittelbar hinter der Ziellinie. Die Kombination aus maximaler körperlicher Erschöpfung und hohem psychologischen Ehrgeiz führt oft zu riskanten Sprints, die ein ohnehin belastetes Herz überfordern.

Als medizinische Ursachen stellten die Forscher bei älteren Semestern meist eine unentdeckte koronare Herzkrankheit (KHK) fest, während bei jüngeren Läufern unentdeckte Herzfehler oder verschleppte Infekte (Herzmuskelentzündungen) dominierten.

Sportmediziner betonen auf Basis dieser Daten, dass extremes Ausdauertraining für ein gesundes Herz absolut sicher ist. Dringend empfohlen wird jedoch eine regelmäßige kardiologische Vorsorgeuntersuchung sowie der Verzicht auf Starts bei akuten Infekten.

 
 
 
 
 
 

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