Kariuki und Chebet aus Kenia triumphieren beim 29. Südtirol Drei Zinnen Alpine Run - Tiziano Moia und Arianna Del Pino aus Italien auf dem Podium - 25 Nationen und rund 700 Läufer auf dem Weg zu den Drei Zinnen - Ein denkwürdiger Tag für den ALV Sextner Dolomiten, kurz vor dem 30-jährigen Jubiläum
25 Nationen standen beim 29. Südtirol Drei Zinnen Alpine Run am Start. Heute Morgen zeigte das Thermometer in Sexten 9 Grad, doch allein der Gedanke daran, wenig später die legendären Anstiege zu den Drei Zinnen inmitten einer Landschaft von seltener Schönheit zu „erklimmen“, sorgte bei den Athleten für die nötige Wärme. Rund 700 Läufer gingen an den Start, und zwei unangefochtene Sieger prägten diese epische Herausforderung: Elija Kamau Kariuki, der nach seinem Erfolg im Vorjahr erneut triumphierte, und Gloria Chebet, die Schnellste bei den Frauen.
Die bewährte Rennstrecke führt über 17,9 Kilometer und 1.354 Höhenmeter vom Haus Sexten bis zur Dreizinnenhütte, zu Füßen der unverwechselbaren Drei Zinnen und des Paternkofels, und bietet den Läufern – ebenso wie den zahlreich erschienenen Zuschauern – ein Panorama, das immer wieder aufs Neue begeistert. Der Start verlief noch gemächlich, ganz so, wie es sich für ein Rennen am frühen Morgen gehört: Zunächst zog das große Läuferfeld durch das idyllische Dorf Moos und anschließend durch das Fischleintal, vorbei an blühenden Wiesen und Lärchenwäldern. Die eigentliche Herausforderung begann erwartungsgemäß am Ende dieses romantischen Tals mit den ersten richtigen Steigungen.
Den kenianischen Athleten des Teams Run3gether On Trail genügten die ersten Anstiegskilometer, um sich von ihren Verfolgern abzusetzen: Beim Durchgang an der auf 2.224 Metern gelegenen Zsigmondyhütte lag Kariuki bereits in Führung, dicht gefolgt von seinem Landsmann und Teamkollegen Josphat Kiprotich Tuei. Ganze 4 Minuten dahinter folgte auf Rang drei der Friulaner Tiziano Moia, der bereits im vergangenen Jahr Zweiter geworden war und heute wiederum den Österreicher Hans-Peter Innerhofer knapp hinter sich wusste. Auch auf den felsigen Passagen hinauf zum höchsten Punkt des Rennens, der auf 2.538 Metern gelegenen Büllelejochhütte, sowie auf den Geröllfeldern, die in schneller Abfahrt in Richtung Dreizinnenhütte führen, änderte sich an der Reihenfolge der Spitzenläufer nichts, während die Kenianer ihren Vorsprung weiter ausbauten.
Kariuki gelang es sogar, seine bisherige persönliche Bestzeit um beinahe 5 Minuten zu verbessern: Unter dem Applaus der Zuschauer – die beim Drei Zinnen Lauf wie immer zahlreich vertreten waren – erreichte er das Ziel in 1:25:41. Weniger als eine Minute später lief Tuei bei seiner ersten Teilnahme lächelnd vor der eindrucksvollen Kulisse ins Ziel. Dahinter verteidigte Moia mit aller Kraft seinen dritten Platz, brachte die italienische Trikolore aufs Podium und machte Innerhofer einen Strich durch die Rechnung. Hervorzuheben sind außerdem der fünfte Platz des Schweizers Martin Anthamatten, ehemaliger Weltmeister im Skibergsteigen, sowie Rang neun des Südtirolers Samuel Demetz, Sieger der ersten Auflage des Drei Zinnen Winter Night Run.
Bei den Frauen spielte sich von Beginn an etwas erstaunlich Ähnliches ab: Das Rennen wurde von den Kenianerinnen Gloria Chebet und Miriam Chepkirui dominiert. Dass sie kaum zu schlagen sein würden, erkannte die Friulanerin Arianna Del Pino praktisch sofort und bestritt bereits ab dem Ende des Fischleintals ein einsames Rennen. Die beste Frauenzeit hatte im vergangenen Jahr noch bei einer Stunde und fünfzig Minuten gelegen: Heute überquerte Chebet die Ziellinie nach 1:41:11, etwas mehr als eine Minute später folgte Chepkirui. Bemerkenswert bleibt dennoch die Leistung von Del Pino, die vor den zum UNESCO-Welterbe gehörenden Drei Zinnen die Arme in die Höhe riss, als die Uhr 1:49:12 zeigte. Rang vier ging an die Südtirolerin Greta Haselrieder, die erst in der vergangenen Woche bei der Marcialonga Coop eine Bestleistung erzielt hatte und heute nicht ganz in Bestform war.
Groß war die Zufriedenheit bei den Organisatoren, die kurz vor dem 30-jährigen Jubiläum erneut erleben durften, wie groß die Begeisterung für dieses einzigartige Trailrunning-Rennen ist. „Wenn ich die Läufer im Ziel ankommen sehe und ihre Freude sehe, dann kann ich sagen: Es war eine perfekte Auflage“, bestätigt Alfred Prenn, Präsident des ALV Sextner Dolomiten, und erklärt: „Besser hätte es nicht laufen können: eine fantastische Strecke, ideales Wetter. Unsere Arbeit ist hier aber noch lange nicht zu Ende: Wir sind bereits mitten in den Vorbereitungen für die nächste Auflage, das ‚Jubiläum‘ des Südtirol Drei Zinnen Alpine Run.“
Das Sportfest in Südtirol ist an diesem Wochenende allerdings noch nicht zu Ende. Morgen um 11 Uhr startet wiederum beim Haus Sexten der Mini Drei Zinnen Alpine Run und verlängert damit das sportliche Wochenende im Hochpustertal. Noch vor der 30. Auflage des Rennens bei Tageslicht wird in Sexten außerdem erneut gelaufen – diesmal nach Sonnenuntergang: Am 27. Februar 2027 steht die 2. Auflage des Drei Zinnen Winter Night Run auf dem Programm.
Herrenwertung
1 Kariuki Elija Kamau Run2gether On Trail 1:25:41,3;
2 Tuei Josphat Kiprotich Run2gether On Trail 1:26:31,3;
3 Moia Tiziano Gemonatletica 1:31:39,8;
Damenwertung
1 Chebet Gloria Run2gether On Trail 1:41:11,0;
2 Chepkirui Miriam Run2gether On Trail 1:42:31,6;
3 Del Pino Arianna Aldo Moro Nortec 1:49:12,8;
