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28.07.12 - Swissalpine

K 78: Natural Running

 

Panoramatrail bis Sertigpass

 

 
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Abgesehen vom Thema Abfall geht es auf dem Panoramatrail und dem folgenden Aufstieg zum Sertigpass diszipliniert und gesittet zu. Die Aufteilung des K42-Feldes in zwei Blöcke mit einem um eine Stunde auseinanderliegenden Start ermöglicht mir (ich war ungefähr 20 Minuten vor dem Start des zweiten Blocks in Bergün) ein ungehindertes Laufen.

Die Regenhaut hätte ich nicht wirklich gebraucht. Kaum lasse ich mich abwärts treiben, zeigt die Sonne, dass auch ihr ein Anteil an diesem Sommer zusteht und verwöhnt mich mit einem Postkartenausblick auf die umliegende Bergwelt. Ich klemme die schweißnasse Pelle unter meinen Trinkgurt und warte gespannt auf den nun folgenden unbekannten Streckenteil.

Bei der Umrundung des Oberen Lai da Ravais-ch ist der Weg dort, wo Bächlein fließen, und Bächlein dort, wo der Weg ist. Nasse Füße oder Aussicht lautet die Frage? Mit der Restfeuchtigkeit vom Val Tuors in der Bereifung ist der Entschluss leicht gefasst. Nur eine niedrige Schwelle trennt den kleineren oberen vom unteren See. Diese bildet die Wasserscheide zwischen Rhein und Inn, also Nordsee und Schwarzem Meer, und wir sind mittendrauf. Vor und hinter mir eine endlose Kolonne von Sportlern, Farbtupfer vor einem gelungenen Bühnenbild. Die Vorstellung heißt Natural Running.

 

Sertigtal

 

 
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Auf dem Sertigpass verpflege ich mich nur kurz, ich habe etwas anderes zu erledigen. In einem meiner Schuhe habe ich ein Platzproblem. Das liegt nicht am Schuh, sondern entweder an einem klitzekleinen Stein oder am großen Zeh. Etwas von beidem muss weg. Auch der Entschluss ist schnell gefasst, die Umsetzung dauert trotz der minimalen Dimension des Gesteins länger, dann kann ich es wieder laufen lassen. Schnee, Steine, Geröll, egal was mir unter die Füße kommt, mit sicherem Halt lasse ich mich ins Tal hinuntertreiben, am kleinen Grünsee vorbei auf den von der freitäglichen Reko bekannten Abschnitt. 

Beim Verpflegungsposten in Sertig Dörfli höre ich, dass es von da noch zwölf Kilometer bis Davos sind, Kilometer auf die ich sehr gespannt bin. Es geht erst einmal mit leichter Steigung weiter, in den Wald. Bei jeder der kurzen Gefällstrecken denke ich, das sei jetzt der Beginn des finalen Abstiegs. Das dauert aber noch eine ganze Weile. Dafür kann ich schon jetzt sagen, dass mir diese Strecke viel mehr behagt als das Dischmatal. Daran kann auch das bisschen Asphalt vor und durch Clavadel nichts ändern.

 

Clavadel bis Davos

 

 
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Von da an ist es nur noch ein kurzes Wegstück durch den Wald, bis die Häuser von Davos so sichtbar sind, dass man sagen kann, die Stadt liegt einem schon zu Füßen. Und das Beste an allem: Ich fühle mich immer noch pudelwohl. So stelle ich mir Natural Running vor.

Das letzte Stück zum Sportzentrum kommt mir – wie schon mehrmals zuvor an anderen Stellen – kürzer vor als sonst. Ob es an den vielen Zuschauern liegt, die mich als 444sten Finisher von 888 beklatschen als wäre ich in den Top Ten?

Egal, der K78 wird mir auch diesmal in bester Erinnerung bleiben und es müsste schon etwas gewaltig Unvorhergesehenes dazwischenkommen, wenn ich in Zukunft nicht wieder mit einer roten Startnummer auf die Eroberung des Paradieses gehe.

Es gibt familiärere, anspruchsvollere, „trailigere“ und in Anbetracht des Frankenkurses auch günstigere Bergläufe über lange Distanzen. Aber der K78 hat mir als abgerundetes Gesamtpaket vor vier Jahren den Einstieg in den Ultralauf, in den alpinen noch dazu, zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht und dieses heute wieder positiv aufgefrischt, da ist es für mich das Natürlichste, dass ich den auch in Zukunft wieder auf den Plan schreiben werde. Natural Running gewissermaßen. 

 

Ergebnisse

 

K 78 Männer

1 Buud, Jonas (SWE) 05:57:25
2 Tsyganov, Dimitri (RUS) 06:09:33
3 Schmid, Martin (SUI) 06:32:08

Frauen

1 Nunige, Jasmin (SUI) 06:31:43
2 Hawker, Elizabeth (GBR) 06:56:30
3 Zakrzewski, Joasia (GBR) 07:21:30

1060 Finisher

 

K 42 Männer

1 Bundi, Gion-Andrea (SUI) 03:11:00
2 Gehring, Lukas (SUI) 03:22:50
3 Bolt, Daniel (SUI) 03:25:58

Frauen

1 Huser, Andrea (SUI) 03:53:39
2 Matrasova, Katerina (CZE) 04:00:53
3 Kurtz, Olivia (SUI) 04:04:21

1115 Finisher

 

C 42 Männer

1 Mertens, Gert (BEL) 02:57:43
2 Schär, Sven (SUI) 03:01:00
3 Payne, Christopher (USA) 03:05:08

Frauen

1 Williams, Timmons (USA) 03:14:51
2 Kauri, Mari (FIN) 03:23:20
3 Stöppler, Simone (GER) 03:32:49

289 Finisher

 

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