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21.10.17 - Altmühltrail

Einfach bärig

Zum vierten Mal versammelt sich eine Schar Trailläufer, Landschaftsliebhaber, Wanderer und schnelle Cracks beim Altmühltrail in Dollnstein. Den Startort hat man in der Marktgemeinde des Landkreises Eichstätt belassen, die Teilnehmer haben es gedankt. Seit über sechs Monaten (!) ist der Trail für die beiden langen Strecken ausgebucht. Man nimmt nur noch Meldungen zum Kinderlauf an. Immerhin, für verhinderte Teilnehmer können Läufer auf der Warteliste nachrücken. Nur, die Verhinderten müssen sich melden. Nach den 500 Läufern des Vorjahres stehen 2017 über 750 Meldungen in den Startlisten.

Die OAI (Offroad Association International) mit ihrem Vorsitzenden Hubert Stanka und ihrer Leiterin Lauf/Rad Stephanie Pummer sowie der DJK Dollnstein als örtlicher Unterstützer tragen die Hauptlast des Events. Natürlich stoßen da die vielen Helfer der Hilfsdienste für Absperrung und Hilfeleistung sowie die vielen Sponsoren dazu, damit die Veranstaltung als Gesamtpaket stimmig wird. Begonnen hat der Trail in Dollnstein vor einigen Jahren als familiärer und kleiner Lauf mit weniger als 100 Teilnehmern. Ich bin hocherfreut, dass der Trail im Altmühltal eine solche Begeisterung in den letzten zwei Jahren erfahren hat und auch, dass ich noch eine Startnummer für mich ergattern kann. Für mich ist ein Vorteil, dass Dollnstein nur gut 25 Kilometer von meiner Heimatstadt Neuburg entfernt ist.

 

Vor dem Start

 

Was ist denn alles in Dollnstein geboten? Der Event wird mit einer Lesung von Kurzkrimis von Marcus Imbsweiler am Freitagabend eingeleitet. Dann wird der Marcus als starker Altersklassenläufer am nächsten Tag in der Spitzengruppe mitmischen, davon bin ich überzeugt. Zum ersten Mal wird am Lauftag ein Kinderlauf über knapp 1000 Meter organisiert. Die Trailstrecken führen über etwa neun und 28 Kilometer mit einer Höhendifferenz von 220 bzw. 670 positiven Höhenmetern. Die Startzeiten sind so gewählt, dass sich die Läufer nicht ins Gehege kommen. Die Wanderer starten jeweils in einem gehörigen zeitlichen Abstand zu den Läufen. So gehen die ausdauernden Walker über 27 Kilometer zwei Stunden vor unserem Start (12.00 Uhr) auf die Strecke. Für die Wanderer wird es keine Zeitnahme geben.

 

 
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Was unser Chefredakteur predigt (und ich ebenfalls), Traillaufen ist keine vorübergehende Modeerscheinung, sondern Trail hat Potential. Weg von der Straße, hinein ins Gelände, weg von der Bequemlichkeit, hin zur Ackerei und Plage auf der unebenen holprigen Strecke, weg vom flachen  Asphalt und hin zu Dreck an Schuhen und Klamotten. Wer sich einer solchen Prüfung stellt, kann nicht verlieren, nur gewinnen: Stolz, Anerkennung und ein Schuss Abenteuer.

Organisiert ist es in Dollnstein wie anderswo auch. Urkunden können per Download bezogen werden, es gibt genügend Verpflegung auf der Strecke und im Ziel, Duschen kann man im Sportheim oder der Schulturnhalle. Parkplätze sind in der Umgebung genügend vorhanden.

Als ich die Turnhalle betrete, steht schon eine lange Schlange von Läufern an. Neben einigen Werbeprospekten und der Startnummer liegt eine Probepackung Fußbalsam in der Starttasche. Ein Warmmachen und eine Ortsbesichtigung fallen mangels Zeit bei mir aus. Aber die Ortsbesichtigung können wir gleich am Anfang des Trails nachholen, denn der erste Kilometer verläuft durch den Ort. Auch der Verantwortliche für das Wetter, Petrus, hat ein Einsehen und beschert uns für den heutigen Tag nochmals Sonne und Wärme. Wer heute mit langem Laufhemd und langer Hose läuft, wird schwitzen ohne Ende.

Ich stelle mich in den Startbereich. Klaus Benz, der bekannte Moderator aus Neuburg, gibt bekannt: „Wir brauchen noch einen Augenblick, es stehen noch sechs Läufer an der Anmeldung.“ Es folgen noch einige kurze Interviews der Läufer in der ersten Reihe, ein Grußwort der Politikprominenz und die Vorstellung der Reporterkollegen. Und dann wird ein Trailer zum Start angespielt. Noch zwei Minuten.

 

Start, durch Dollnstein

 

Die letzten Sekunden werden heruntergezählt und dann werden wir mit einer Glocke losgelassen. Auf geht’s zum vierten Altmühltrail. Ein großes Feld macht sich auf den Weg. Fast ein wenig eng geht es auf dem Burgsteinweg zu. Am Ende des Weges beginnt die kurze, aber eindrucksvolle Besichtigung des knapp 3000 Einwohner zählenden Ortes.

 

 
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Wir biegen links ab in den Ort und laufen durch das Markttor, Teil der mittelalterlichen Ortsmauer. Dollnstein entstand im 10./11. Jahrhundert am Platz eines königlichen Gutes an einem Altmühlübergang. Wir laufen entlang der Thorgasse parallel zur Ortsmauer. Nach nur wenigen Metern kommt im Ortskern die erste kurze Traileinheit auf einem steilen Grasweg des Kirchberges, der uns hoch zur Pfarrkirche St. Peter und Paul bringt. Das Gotteshaus stammt aus dem Jahr 1063. Mehrmalige bauliche Änderungen führten zu dem heutigen Erscheinungsbild der dreischiffigen Anlage. Der Graubündner Baumeister und Hofbaudirektor Gabriel de Gabrieli wirkte bei der Gestaltung der Kirche und des Pfarrhofes im 18. Jahrhundert mit.

Nach wenigen Metern laufen wir auf dem Marktplatz, wo sich die Mariensäule befindet. Über den Unteren Burghof führt uns nun der Kurs an die Altmühl. Rechterhand sehen wir die Burg Dollnstein, die auf einer Felsbank im 9. Jahrhundert errichtet wurde. Die Oberburg wurde 1804/1805 nach einer Versteigerung an die Dollnsteiner Bürgerschaft nach und nach abgebrochen. Die Unterburg wurde erst in den letzten zehn Jahren umfangreich saniert. Heute befindet sich darin das Altmühlzentrum Burg Dollnstein. Am Ende der Straße biegen wir auf einen asphaltierten Feldweg (ist zugleich der Altmühlradweg) und nach einem kurzen Wegstück an der Bahnlinie Ingolstadt – Ansbach/Würzburg geht es endgültig ins Gelände.

 

An der Altmühl

 

Ein kleiner Vorgeschmack auf das Kommende ist der nun folgende Kilometer, der uns parallel zur Bahnlinie die ersten Höhenmeter entgegen stellt. „Ja, wo laufen Sie denn?“ lese ich auf der Rückenansicht eines Bayreuthers. Na hier an der Altmühl, gebe ich in Gedanken als Antwort. Ja, in der Tat, der fränkische Einschlag unter den Teilnehmern ist mir schon aufgefallen. Das ist gut so.

Der Feldweg mündet in einen Wanderweg ein, wo man gefahrlos nur hintereinander laufen kann. Überholer müssen sich da konzentrieren. Letztes Jahr ist hier einer aus der Spur gekommen, er hat im Abhang einen Purzelbaum geschlagen.

 

 
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Im Weiler Hagenacker sind wir wieder an der Altmühl angelangt. Im 14. Jahrhundert wurde hier ein Hammerwerk zur Eisenverarbeitung errichtet. Später wurden Bleche hergestellt, bevor das Hammerwerk 1882 aufgelassen wurde. Heute steht noch das ehemalige Herrenhaus (aus dem 17. Jahrhundert) als letztes Überbleibsel. Unser Weg führt vorbei an der neuromanischen Weihersfeldkapelle (erbaut 1868). Ich werfe einen Blick in das Innere des Gotteshauses, wahrscheinlich bin ich der Einzige unter den Teilnehmern.

Auf dem Altmühlpanoramaweg (jetzt ein guter Feldweg) verlassen wir den Weiler. Seit geraumer Zeit fallen wir zwei Mädels auf, denn Lisa und Nicole sind in ihren kreativen Shirt als „Schoafe Brezn“ unterwegs. Die Felder enden, der Weg steigt an, die Eisenbahntrasse verschwindet im 633 Meter langen Eßlingerbergtunnel. Vom Einfahrtsportal der Bahn haben wir eine herrliche Aussicht in das Altmühltal von Hagenacker und können gleich die Trailkarawane hinter uns beobachten.

 

Dohlenfelsen, Steinbruch

 

Von einem Güterzug, Richtung Ingolstadt fahrend, hören wir noch das Geratter, als wir kurz nach dem Tunnelportal der Bahn rechts abbiegen. Der Weg zieht mächtig bergab, mehr als 50 Höhenmeter geht der gut belaufbare, aber laubbedeckte Waldweg nach oben. Die Füße sollte man da schon heben, da man nicht weiß, ob nicht Wurzeln oder sonstige Stolperfallen sich unter dem Laub verbergen. Vor mir macht ein Pärchen mit zwei Hunden Platz, damit die nachfolgenden Läufer überholen können. Den Hunden hängt die Zunge heraus, mir auch.

 

 
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Auf einem Trampelpfad geht es weiter hinauf, die Aussicht auf die tief unter uns liegende Altmühl wird großartig. Kilometer fünf erreiche ich nach gut 30 Minuten Laufzeit. Das ist ernüchternd. Aber den Kilometerschnitt kann man nicht mit irgendeinem Volkslauf vergleichen.. Stattdessen sollte man die Natur und Landschaft genießen und auch die Kommunikation mit deinen Mitläufern suchen. Das kann ich hier oft beobachten. Man meint, eher an einem geselligen Auslauf eines Lauftreffs zu sein.

Es geht später in das Tiefe Tal hinunter und dann im Wald wieder schwer ansteigend (rund 100 Höhenmeter) in einem Stück hinauf, wo wir gleich am Anfang durch den ehemaligen Steinbruch laufen. Einige Steinbrocken liegen da noch herum. Herumklettern sollte man hier nicht, das Gelände ist mitunter brüchig. Im Verlauf der weiteren Steigung kann ich dann auf Andreas auflaufen. Er schnauft schwer und schickt mich nach einer kurzen Unterhaltung (uns fehlt beiden die Luft!) weiter.

 

Guten Appetit

 

Wir verlassen den Wald, der Ort Eberswang ist bereits zu sehen. Der 140 Einwohner zählende Ort gehört zu Dollnstein, der Name kommt wohl aus den Worten Eber (ein männliches Schwein, weiß jeder) und dem althochdeutschen Wort Wang für Feld oder Wiese. Am Ortseingang stehen einige neugierige Zuschauer, die mit Applaus nicht geizen. Ja, viele Interessierte wird man hier nicht sehen, du kannst fast jeden einzeln per Handschlag begrüßen.

 

 
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Gleich nach einer Linkskurve kommt die erste von drei Verpflegungsstellen, die nicht nur mein Interesse weckt. Einige Läufer verhalten sich allerdings wie beim Straßenlauf, also Getränkeaufnahme, Abpumpen und weiter. Die Mehrzahl, mich eingeschlossen, bleibt stehen, trinkt in aller Ruhe, redet mit den Helfern und greift vielleicht sogar bei den Spezialitäten zu. Das ist eine Besonderheit beim Altmühltrail. Aus der Region werden spezielle Gerichte gereicht. Letztes Jahr waren es hier Grillwürste aus Schaffleisch, heuer hervorragender Streuselkuchen von einer lokalen Bäckerei. Guten Appetit, möchte ich nur sagen. Ein paar Minuten lasse ich bei meiner Schlemmerei liegen und mache mich dann wieder auf den Weg.

Am Ortsrand von Eberswang laufen wir weiter. Kurz sehen wir den Turm der Kirche St. Sola. Dann wird es gefährlich, vor uns biegt ein landwirtschaftliches Gefährt mit einem beladenen Jauchehänger auf die Strecke. „Wenn der jetzt an der Schnur anzieht, dann stehen wir alle in der Scheiße“, sage ich zu einem Mitläufer. Der nickt. Also, nur nicht zu nah auflaufen. Doch der Traktor biegt mit seiner brisanten und geruchsintensiven Fracht auf eine Wiese und zieht erst dann an der Schnur. Kilometer zehn erreiche ich nach 65 Minuten Laufzeit, das Schild hängt an der Seite an einem Baum. Hier ist jeder fünfte Kilometer ausgeschildert, zusätzlich stehen an den V-Stellen Tafeln mit den aktuell gelaufenen Kilometern.

Später geht es gefällig hinunter in den südlichen Teil von Schernfeld. Die Pfarrkirche St. Georg sehe ich nur kurz. An der Kläranlage verlassen wir den guten Laufuntergrund, es geht auf einem steilen Trampelpfad zum Leitenbuck hinauf. Die meisten Läufer gehen, ich laufe hinter einem Mädel her, bis die Muskeln maulen und sich ein Krampf ankündigt, sollte ich weiterrennen. An einem einzelnen Hof sehe ich später ein Marterl, das an den Ökonom Ludwig Strobel erinnert, den 1933 hier der Blitz erschlug. Unser Kurs führt nun nach Südosten zum Harthof weiter. Am Hang hinunter zur Altmühl stehen Gleitschirmflieger „ready for take-off“. Der Wind bläst von vorne, einzelne Schirme stehen im Wind.

 

Blumenberg, Obereichstätt

 

Die nächste Genussstation am Blumenberg: Den gleichnamigen, zur Stadt Eichstätt gehörenden Ortsteil können wir nicht sehen, ein Waldstreifen liegt dazwischen. Im Steinbruch wurde hier 1877 ein vollständiges versteinertes Exemplar der Urvogels Archaeopteryx gefunden. Ich bin gespannt, was hier auf dem Speise- und Getränkezettel steht. Bier ist nicht dabei, des Oberbayern „Freibierletschn“ bleibt trocken. „Fragt amal den Hofmühlbräu, ob er nicht sponsorn will oder habt ihr das vergessen?“ Der Helfer zuckt die Schulter. Anstelle dessen reicht mir eine Helferin eine schmackhafte Kartoffelsuppe. Gleich nebenan ist Deutschlands längste Holzbank, gesägt aus einer Douglasie. Mit einer 36,5 Meter langen Sitzfläche könnten sich mehr als zwei Fußballmannschaften niederlassen. Minuten verrinnen, bis sich der Autor wieder auf den Weg macht. Der Ranzen ist voll, entsprechend träge kann er sein Tempo aufnehmen.

 

 
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Auf dem Höhenzug laufen wir nun auf dem Silberdistelweg durch die Trockenwiesen. Mit Schafzucht werden diese erhalten und versteppen daher nicht. Es geht auf dem nächsten Wegstück steil hinunter, wir verlieren gut 100 Höhenmeter bis Obereichstätt. Auch hier, Laub  bedeckt den Fahrweg und du kannst nicht erkennen, ob sich darunter Wurzeln und dergleichen befinden. Ich reduziere meine Geschwindigkeit und werde demzufolge von einigen überholt. Freunde, aufpassen, an der nächsten Steigung seid ihr wieder fällig.

Wir laufen auch diesmal in den Skulpturenpark hinein, den Alf Lechner (heuer im Februar verstorben) geschaffen hat. Geometrische Grundformen wie Kreis, Quadrat und Rechteck stellen seine Werke aus Stahl dar. Wir rennen durch das Gelände des früheren Hüttenwerkes, unser Laufkurs geht auch eine Stahltreppe hinunter, und dann laufen wir kurzzeitig in den Dollnsteiner Ortsteil. Entgegen dem Ortsnamen gehört Obereichstätt nicht zur Stadt Eichstätt. Einige Einwohner und Fans haben sich auch heute wieder am Eingang zum Park und auf dem Anstieg hoch zur Pfarrkirche St. Johannes Evangelist versammelt. Musik, Applaus und eine Trommelgruppe mit Kindern, da freut sich der Trailläufer. Wir verlassen den Ort auf Treppen, steil ansteigend. Marschieren, mehr geht nicht (mehr).

 

Am Panoramaweg

 

Auf dem nächsten Teilstück laufen wir auf dem Altmühl-Panoramaweg, der von Gunzenhausen bis nach Kelheim führt (200 Kilometer lang). Der Wanderweg ist vom Deutschen Wanderverband zertifiziert, hervorragend beschildert und gut angebunden. Wer ihn als Wanderer belaufen will, sollte etwa zehn Tage kalkulieren. Die über 4000 Höhenmeter erfordern eine gute Kondition. Ich habe heuer im Rahmen eines Trailschuh-Testtages einen Teil des Wanderweges im Bereich von Kipfenberg belaufen und war von der Schönheit der Gegend begeistert. Wellig laufen wir auf der linken Seite der Altmühl, meist im Wald.

 

 
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Wir tangieren die Attenbrunnmühle, auf deren Grund im 14. Jahrhundert eine Mahlmühle nachgewiesen ist. Erst 1967 wurde das Mühlengebäude (stammte aus dem 16. Jahrhundert) abgerissen. Heute steht da eine Forellenzucht. Der 20. Kilometer ist wieder markiert, ich bin 2.05 Stunden unterwegs. Ich frage mich, ob ich sub 3 Stunden laufen kann. Breitenfurt liegt auf der anderen Seite des Flusses. Dann führt uns der Weg hinaus auf den Altmühlradweg, das ist jetzt die zweite Streckenänderung. Ich frage mich, wo wir wieder auf den letztjährigen Kurs kommen.

 

Burgstein, letzte Kilometer

 

Am Burgstein sehe ich das Dilemma. Neben dem 45 Meter hohen Felsmassiv aus Plattform-Kalkablagerung mit eingestreuten Schwammriffen geht unser Weg in Serpentinen hoch. Fast ist Trittsicherheit erforderlich, um da hoch zu kommen. Der Burgstein zählt zu den schönsten Geotopen in Bayern. Ich nehme das Tempo zurück und falle schon bei den ersten Stufen in den Gehschritt. Wer kann da noch hochlaufen, frage ich mich. Wahrscheinlich sind die schnellsten Trailer auch nicht in der Lage. Die Lunge pfeift, die Muskeln schmerzen. Später muss ich sogar die Hände für das Gleichgewicht benutzen. Gut, dass der Fotograf Pausen für einzelne Bilder machen darf. Das koste ich aus, aber erholen kann ich mich da nicht. Andere Paparazzi haben sich den Anstieg für ihre vergnügungssteuerpflichtige Tätigkeit ausgesucht. Fast auf allen Vieren müssen wir die letzten Meter hoch. Dann hab ich es geschafft. Toll, diese Streckenänderung, das macht mir den Trail noch sympathischer.

 

 
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Nur zwei Minuten später wartet die letzte Genussstation an der Kapelle am Burgstein. Neben Laugengebäck zieht die weitere Spezialität nicht nur mich an. Es wird ein Helles der Brauerei Hofmühl ausgeschenkt. Die Orgaleute haben doch beim Eichstätter Bräu um eine milde Gabe gebettelt. Übrigbleiben wird wahrscheinlich nicht viel, denn der Autor lässt sich gleich drei Mal nachschenken, bevor er sich leicht trunken auf den Weiterweg macht. Ein paar andere machen es mir mach. Die Beine sind entsprechend schwer, da es auf dem folgenden Stein- und Wurzelweg weiter nach oben geht. Im Kriechgang, die nach mir Laufenden wollen gar nicht überholen, ich habe es ihnen angeboten, da endet schließlich die Steigung. Ich kann wieder langsam laufen.

Dann passiert mir ein Missgeschick. Einen größeren Holzprügel kann ich überspringen, bleibe dann aber an einer kleinen Wurzel hängen. Mich haut es hin, die Kamera lasse ich erst kurz vor Bodenkontakt aus und lande im weichen Boden. Gut, dass ich nicht so schnell war. Außer Dreck an den Händen passiert mir nichts. Die Nachfolgenden erkundigen sich sofort, ob ich Hilfe brauche. Danke dafür und weiter geht es. Einige sind noch langsamer als ich, sie marschieren. Von hinten schleicht sich dann Bernadette an. „Du bist der richtige Pacemaker für mich“, sagt sie und bleibt an mir kleben. Kilometer 25, ich bin 2.45 Stunden unterwegs. Es wird eine enge Geschichte mit den drei Stunden.

Es geht nun aus dem Wald hinaus und hinunter steil auf einen Pfad. Der Bernadette bin ich zu langsam geworden, sie brettert vorbei, hinab und davon. Ich muss sie laufen lassen. Es geht fast bis zur Altmühl hinunter, dann werden wir von einem Helfer auf einen weiteren Pfad nach links gelotst, der uns in Richtung Ziel führt. Zwar scheint da keine Stolpergefahr mehr zu sein, doch einen vor mir haut es der Länge nach hin. Er schüttelt sich und läuft weiter.

Es wartet noch ein finaler Anstieg von 20 Höhenmetern, dann bleibt unser Weg gefällig. An der Antoniuskapelle laufen wir geradeaus und hinter der Schule vorbei, dann mündet der Trail am Maderfelsen (auch ein Geotop) in den Burgsteinweg ein. Die letzten 50 Meter sind asphaltiert. Klaus Benz sieht mich frühzeitig und kündigt einen an, „der schnell wie die Feuerwehr“ sei. Dann laufe ich unterm Zielbanner durch. Ein Schluck frisches Weizenbier, ein Blick zur Uhr: 2.58 Stunden. Passt!

 

Zielimpressionen

 

Nebenan können wir verpflegen, ich hole mir jedoch ein isotonisches Getränk und mache mich dann auf die weitere Arbeit als Reporter. Als Auszeichnung erhält jeder Teilnehmer eine Kalkplatte  mit dem Logo des Altmühltrail. Duschen sind in der Sporthalle bzw. im Sportheim. Ich bleibe dann noch bis zur Siegerehrung. Da fehlen allerdings noch einige Genussläufer, die die Stationen ausgiebig inspiziert haben. Stimmt’s Thomas? Ohne positive Kalorienbilanz kommst du hier nicht davon. Außer, man ist bei den ganz Schnellen.

 

 
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Mein Fazit:

Eine bäriger Lauf, zu dem ich gerne 2018 wiederkommen möchte. Vielen Dank den zahlreichen Helfern. Ihr habt eine gute Vorstellung an den Tag gelegt. Aber wir auch. Für eine Anmeldung sollte man sich nach Freischaltung nicht zu lange gedulden. Sonst sind die Plätze wieder weg.

 

Ergebnisse Langstrecke:
Männer

1. Kai Reißinger, M.O.N., 1.53.59
2. Andreas Radecker, o.V., 2.00.12
3. Sebastian Radecker, o.V., 2.00.17

Frauen
1. Andrea Lutz, Eintracht Kattenhochstatt, 2.17.38
2. Christina Holzinger, o.V., 2.19.54
3. Petra Stiegler, Twin Neumarkt, 2.25.48

 

Informationen: Altmühltrail
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