trailrunning.de

 
 
 

31.07.10 - Swissalpine

Der Jubiläums-K 78 in über 300 Bildern

Autor: Klaus Duwe

Die alten Hütten und Häuser am Dürrboden (2007 m – km 65) stammen noch aus einer Zeit, als hier eine wichtige Raststation für Säumer mit ihren Maultieren und Pferden auf dem Weg über den Scalettapass ins Engadin und weiter über den Berninapass ins Veltin war. Heute laben sich hier die Alpines und die Zuschauer genießen bei Kaffee und Kuchen die Sonne und die einmalige Atmosphäre. Besonders feiern sie Hermann Hassler. Er ist zum 25. Mal dabei – und immer auf der längsten Strecke.

 

Dischmatal/Davos

 

 
© trailrunning.de 42 Bilder

Der Weg nach Davos ist noch weit. 14 km bei fast 500 m Gefälle hören sich nicht dramatisch an. Aber es spielen sich Dramen ab auf diesem Teilstück, das der  vom Papier her bequemste Streckenabschnitt zu sein scheint. Wer nämlich bergauf zu viel gelaufen ist und sein Pulver verschossen hat, muss jetzt bergab gehen und wird mehrfach bestraft. Im Gehschritt will der Weg nämlich kein Ende nehmen,  ständig wird man überholt und die Schönheit des Tals entgeht einem vollends. Frust ist angesagt. Flüche und Schwüre sind zu hören. Wer dagegen gut drauf ist und Reserven hat, genießt den Lauf und  macht etliche Plätze gut. Bei mir ist es heute eher so mittendrin. Ich bin schon besser gelaufen, aber trotzdem heilfroh, es überhaupt geschafft zu haben. Den letzten Anstieg am Talausgang hinauf auf den Aussichtsweg habe ich einkalkuliert. Röby, der in der Frühe noch für gute Laune am Wiesner Viadukt sorgte, ist mit seinen Stöcken auf den letzten Kilometern. Und auf einer Bank sonnt sich Pius App, der Schatzalp-Hotelier, weil er wieder einmal erst als einer der Letzten ins Ziel kommen will.

Tausend Dinge gehen mir durch Kopf – und der Tuffli. Ich habe ihm schon gestern zum Jubiläum gratuliert. Heute muss ich es noch einmal tun. Die Leistung dieses Mannes ist einmalig. Nicht nur, dass er die Idee zu diesem Lauf hatte. Er hat sie auch umgesetzt. Und nicht nur das, er hat den Swissalpine weiter entwickelt, ihn in 25 Jahren zur Marke gemacht, zum wichtigsten Sommerevent einer ganzen Region. Andrea, ich ziehe den Hut. Habe ich einen Wunsch frei? Mach weiter.

Es ist herrlich, hier zu sein. Die Leute klatschen, ich spüre keine Schmerzen. Ich sehe das Stadion, laufe auf den hässlichen Hintereingang zu und bin in der mit Fahnen geschmückten Arena. Man weiß in Davos, was man den Alpines schuldig ist. Viele begeisterte Zuschauer bleiben bis zum Schluss. Man kann es in den Gesichtern lesen: Es ist etwas Besonderes, hier ins Ziel zu laufen. Wer wie ich das etwas später tut, hat das Glück, dass Freunde warten. Schön, dass Ihr da seid.

 

Zum Thema Frühstart


Der Frühstart ist eine gute Idee. Der Erfolg gibt dem Veranstalter recht. Es haben sich so viele Läuferinnen und Läufer für den K 78 angemeldet, wie nie zuvor. Der Teilnehmerzuwachs hat aber eigentlich gar nichts mit dem Start um 6.00 Uhr zu tun, sondern damit, dass  man jetzt insgesamt 14 Stunden Zeit für die 78,5 km und 2320 HM hat. Es ist also egal, ob Frühstart um 6.00 Uhr, gemeinsamer Start um 6.00,  7.00 oder 8.00 Uhr, Hauptsache das knappe Zeitfenster ist endlich weg.

Ich kenne das Läufervolk mittlerweile ganz gut. Mir war klar, dass es Probleme beim Aufstieg zur Keschhütte geben wird und auch auf dem Panoramatrail, wo ein Überholen nur „einvernehmlich“ möglich ist. Sprechen kann ich nur von dem, was ich selbst erlebt habe. Und das hat mich überrascht. Nicht ein einziges Mal habe ich einen Drängler erlebt, nicht ein einziges Mal hat ein schnellerer Läufer oder eine schnellere Läuferin ein Recht zum Überholen eingefordert. Aber zigmal habe ich ein „Danke“ oder „Merci“ gehört, wenn ich an einer passenden Stelle einmal angehalten habe.

Ich bin sicher, etlichen Läufern wäre bei einem weniger dichten Feld der Aufstieg zur Keschhütte oder die Passage des Panoramatrails schneller möglich gewesen. Aber ist das wirklich sooo schlimm, bei einer Laufzeit von 8, 9 oder 10 Stunden ein paar Minuten zu „verlieren“?  Das muss man beim Jungfrau Marathon in Kauf nehmen und sogar beim UTMB gibt es anfangs an bestimmten Stellen Engpässe.

Wirklich schlimm finde ich Kommentare (siehe Gästebuch), wo Läufer ihren langsameren Kollegen die Teilnahme verwehren wollen und den C 42 als Alternative empfehlen und ihnen unterstellen, überfordert zu sein. Soll man solchen Sportfreunden empfehlen, mehr zu trainieren, um bei der Elite vorne mitzulaufen?

Schlimm finde ich auch, wenn man dem Veranstalter vorwirft, er würde nur nach immer neuen Teilnehmerrekorden schielen um seine Kasse zu füllen. Das sind die gleichen Leute, die sich von ihrer  Firma jede Überstunde bezahlen lassen. Der Laufveranstalter  am Wochenende aber soll dann umsonst für sie arbeiten. In welcher Welt leben wir eigentlich? Der Hinweis auf die zugegebenermaßen nicht unerhebliche Startgebühr geht ins Leere. Man muss nur die Gegenleistungen addieren und kommt schnell zu dem Ergebnis, dass das Ganze eigentlich nur dank der Sponsoren möglich ist.

Eines weiß ich bestimmt: Laufveranstalter möchte ich nicht sein. Andrea Tuffli ist das seit 25 Jahren.  Hut ab. 

K78-Sieger:

Männer:
1 Buud, Jonas (SWE)  05:49:14 
2 Lorblanchet, Thomas (FRA)  06:04:38 
3 Rey, Jean-Yves (SUI) 06:09:02

 
© trailrunning.de 9 Bilder

Frauen: 
1 Nunige, Jasmin (SUI) 06:39:28 
2 Meneghin-Pliska, Maja (SUI) 06:43:52 
3 Zeller, Corinne (SUI) 06:44:33

1484 Finisher

 

Weitere Impresseionen: 

Start  Davos / Erste Kilometer

 

 
© trailrunning.de 14 Bilder

 

Monstein / Wiesen

 

 
© trailrunning.de 13 Bilder

 

Bergün / Start K 42

 

 
© trailrunning.de 31 Bilder

 

Ziel

 

 
© trailrunning.de 70 Bilder

 

Informationen: Swissalpine
Veranstalter-WebsiteE-MailErgebnislisteFotodienst AlphafotoHotelangeboteOnlinewetterGoogle/Routenplaner

 
Zurück zur Übersicht
 
 
 
 
 

Kontakt

Trailrunning.de
Klaus Duwe
Buchenweg 49
76532 Baden-Baden

07221 65485

07221 801621

office@trailrunning.de