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08.08.09 - Glacier 3000 Run

Muss es immer ein Marathon sein?

Autor: Klaus Duwe

Cabane, km 23

 
So seh'n Sieger aus - Martin Cox bei km 23
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Egal ob Martin Cox oder wenig später Urs Jenzer, den Läufern ist die Anstrengung ins Gesicht geschrieben. Wundern muss ich mich über Michael Barz. Er hat mächtig zugelegt und ist jetzt Dritter. Als einziger bleibt er an der Verpflegungsstelle stehen, isst eine Kleinigkeit und geht fast gemütlich mit einem Getränk weiter, entsorgt den Becher vorbildlich in einen Mülleimer und nimmt dann den wohl schwersten Kilometer der gesamten Strecke in Angriff. Von hier aus sieht es aus, als gehe es senkrecht die Wand hoch. Oben wartet dann der Gletscher.

Gletscher, km 25

 
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Das Ziel ist auf dem Scex Rouge. Richtig heißt der 2971 m hohe Berg ja Sex Rouge. Weil man aber die prüden Amis nicht in Verlegenheit bringen wollte, hat man ihn leicht umbenannt. Ich erreiche das Ziel zwar bequem mit der Bergbahn, aber zu spät, um Martin Cox als Erster ins Ziel laufen zu sehen. Als zweiter kommt Michael Barz angekeucht. Er freut sich diebisch, dass er auf dem letzten Teilstück Urs Jenzer noch ein Schnippchen schlagen konnte. Beide freuen sich über ihren Erfolg.

Ziel

 
Michael Barz wird Zweiter
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Welch ein Zieleinlauf: vom Gletscher aus ist noch ein Kilometer zu laufen. Die Strecke macht einen weiten Bogen dann geht es über eine steile Treppe nach oben. Die ersten Tritte sind so hoch, dass sich die auspumpten Läufer auf allen Vieren vorwärts bewegen. Von weitem erkenne ich jetzt Claudia Landolt. Irgendwie erscheint sie mir desorientiert. Sie läuft nicht in Richtung Treppe, sondern will auf der rutschigen Schotterpiste direkt nach oben. Aber das wird nichts.

„Claudia, links, Du musst links laufen“, rufe ich. Beim dritten Mal reagiert sie. „Scheiße“, flucht sie, rennt ein Stück zurück und nimmt dann die Treppe. Es fällt mir schwer, tatenlos zuzusehen, wie sie sich die ersten Tritte nach oben quält. Ein Blick nach oben, Kopfschütteln. „Hopp, hopp, hopp“, das verstehen die Schweizer. Sie nimmt noch einmal Fahrt auf und erreicht als erste Frau das Ziel. „Nicht einen Kilometer kann ich weiter laufen, keine hundert Meter mehr“, sagt sie. Muss sie auch nicht.

Drei Minuten später kommt Corinne Zeller. Ja, bei ihr sieht das alles viel besser aus. Aber das nutzt ihr jetzt nichts mehr. Das Rennen ist gelaufen. Sie ist Zweite und glücklich. 

Auch hier: ich kann euch die Berge nicht beschreiben und auch nicht zeigen, ich sehe keine. Aber es muss fantastisch sein. Nicht nur für die Läufer, auch für die Begleiter. Per Bergbahn kann man einschließlich Ziel vier Punkte erreichen. Dafür bietet der Veranstalter für 40 Franken ein Pauschalticket an, Kinder zahlen die Hälfte.

Die Bergbahnen fahren ununterbrochen. Es gibt keinerlei Engpässe oder lange Wartezeiten. Ab Cabane geht es 1000 m fast senkrecht hinunter nach Col du Pillon und dann per Bus zurück nach Gstaad. Ein echtes Erlebnis. Nur Laufen ist schöner. Deshalb komme ich auch wieder.

Übrigens, die Laufzeiten beim Glacier 3000 Run entsprechend in allen Leistungsklasse in etwa denen eines Marathons im Flachen. Wer meint, der Lauf sei wegen seiner Distanz eine gute Vorbereitung auf einen Bergmarathon, hat Recht. Allerdings sollte jeder, der hier antritt, über Bergerfahrung verfügen. Als Erstling taugt der Glacier 3000 Run nicht.

Resultate (Overall):

Männer
1. Cox Martin, 1969, GB-Leicester 2:27.05,5 (Vorjahr 2:20.02,9)
2. Barz Michael, 1973, D-Durach 2:30.58,4
3. Jenzer Urs, 1970, Frutigen  2:31.24,1

Frauen

1. Landolt Claudia, 1971, Jonschwil 2:46.57,4 (Vorjahr 2:46,09,2)
2. Zeller Corinne, 1968, Weissenburg 2:49.11,9
3. Habegger Susanne 1980, Kehrsatz 2:53.44,5

Team

1. Schneider Werner / Dietrich Fabian, Spiez 2:49.28,2
2. Abplanalp Michael / Huser Andrea, Triathlon Team Beo 2:49.38,2
3. Mathieu Armin / Grand Sutti, Leukersonne 2:55.38,1

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